Interview mit Heiko Cestonaro und Frank Rauber von nterra: Anpfiff für das Sportevent der Zukunft!

Interview mit Heiko Cestonaro und Frank Rauber von nterra: Anpfiff für das Sportevent der Zukunft!

Am 12. September findet in Bonn die Innovation Tour 2017 der Software AG statt. Heiko Cestonaro und Frank Rauber von nterra stellen vorab exklusiv den Showcase des Spezialisten für Prozess- und Integrationslösungen vor und erläutern, warum Datenanalysen in Echtzeit Unternehmen den entscheidenden Wettbewerbsvorteil liefern.

Herr Cestonaro, welche Rolle spielt Datenanalyse bei Deutschlands digitaler Zukunft?

Daten sind der Rohstoff der digitalen Welt und entscheidend für den Erfolg von Unternehmen. Wettbewerbsvorteile entstehen durch die Verfügbarkeit dieses Rohstoffes und die Qualität seiner Verarbeitung. Daher ist die Datenanalyse – neben Datenerfassung und Datenlogistik – die zentrale Aktivität in der digitalen Value Chain.

Welchen Stellenwert hat Data Analytics aktuell in der Unternehmenswelt?

In der Mehrzahl der Unternehmen wird Data Analytics heute noch unter den Stichworten Business Intelligence oder Reporting geführt. Im Grunde dient sie also der periodenbezogenen Vergangenheitsbetrachtung. Da das Mindset der Unternehmensführung in vielen Fällen genau so aussieht, hat Data Analytics einen hohen Stellenwert – aber aus den komplett falschen Gründen.

Das heißt, Unternehmen kennen den wahren Wert ihrer Daten noch gar nicht?

Zum Glück zeichnet sich in der Unternehmenswelt diesbezüglich bereits eine Wende ab: Sie setzen auf Echtzeit statt Periodenbezogenheit, Prediction statt Vergangenheitsbetrachtung, Automatisierung statt passiven Reportings. Unternehmen erkennen den Wert der Daten als Rohstoff und die Möglichkeiten, die dessen frühzeitige und vorausschauende Analyse hat.

 Was machen Unternehmen hierzulande gut und wo sehen Sie Herausforderungen?

Unternehmen sind gut im Sammeln von Daten und im statischen Reporting. Was man selten findet, ist die kreative Nutzungen von Daten, um wirkliche Mehrwerte für Kunden zu schaffen. Im internationalen Vergleich werden wir in Deutschland aber auch durch einen restriktiveren Datenschutz gebremst. Die Möglichkeiten, Daten zu erfassen und zu analysieren, nehmen enorm zu und die Technologien werden kostengünstiger. Die größten Herausforderungen werden darin liegen, die richtigen Fragen zu stellen, die durch Datenanalyse beantwortet werden können und Personal zu finden und auszubilden, das diese Fragen stellen kann.

Welche Trends kommen in naher Zukunft auf uns zu?

Die nächste Welle der Anwendungen rund um Data Analytics wird noch stärker auf Methoden des maschinellen Lernens abzielen. Neben den klassischen, meist numerischen Datentypen werden künstliche Intelligenzen in Echtzeit Erkenntnisse aus Bildern, Videos, Audiomaterial und unstrukturierten Textdokumenten gewinnen und nutzbar machen. Wenn etwa ein Touristik-Unternehmen digitale Services anbietet wie die Vermittlung eines Mietwagens vor Ort, muss es nicht die Buchungsdaten des Nutzers kennen, um zu wissen, wohin er in den Urlaub fährt. Es reicht aus, Urlaubsbilder auf Instagram zu analysieren, um ihm dann zielgerichtet die passgenau Leistung anzubieten. Sie sehen: Gerade die Verarbeitung dieses wertvollen Rohstoffes bringt den entscheidenden Wettbewerbsvorteil.

Herr Rauber, Sie präsentieren auf der Innovation Tour einen Showcase zur Apama Analytics & Decisions Platform. Was können wir uns darunter vorstellen?

Unser Showcase ist die Apama-Arena und verdeutlicht die Möglichkeiten von Big Data und Streaming Analytics. Wir simulieren ein Fußballspiel und errechnen mittels Datenanalyse die Emotionen und Bedürfnisse von rund 50.000 virtuellen Zuschauern – seien es Ärger, Zufriedenheit, Hunger oder Durst. Die Simulation des Spiels selbst ist zweitrangig. Wichtig ist, wie es den Fans mit dem Spielverlauf geht und welche Folgen er hat. Welches Team schießt ein Tor? Welche Seite sieht eine rote Karte? Diese Events beeinflussen indirekt die Stimmung auf den Rängen. Der Nutzer nimmt mittels HTML5-User-Interface Einfluss auf diese Vorfälle. Sowohl das Interface als auch die statistischen Dashboards werden von MashZone NextGen Business Analytics bereitgestellt, einer Lösung der Software AG zur Visualisierung von Echtezeitdaten.
Der spannende Teil passiert jedoch im Hintergrund: Apama analysiert die simulierten Daten und sorgt mithilfe des vollautomatischen Stadionmanagers für einen reibungslosen Ablauf. Dieser sieht zum Beispiel Randalen im Ultras-Block voraus und triff Gegenmaßnahmen, wenn er aufgrund der Spielsituation oder der Zuschaueremotionen Bedarf sieht.

Welche automatischen Maßnahmen folgen daraus?

Für uns ist relevant, wie sich Tore, Karten und Fouls auf die Stimmung der Zuschauer auswirken. Der mit Apama umgesetzte „Stadionmanager“ reagiert entsprechend der Reaktionen der Zuschauer, um zum Beispiel eine eskalierende Situation wieder zu beruhigen oder die gute Laune aufrecht zu erhalten. Dank einer Form von Predictive Delivery Chain – also einer vorausschauende Lieferkette – werden rechtzeitig Bier und neue Würstchen aus dem Kühlhaus bestellt oder Ordner in einen Block geschickt.

Die Lösung unterstützt Unternehmen also dabei, schnell, zielgerichtet und evidenzbasiert zu handeln?

Genau. Der Einsatz von Apama ermöglicht die Auswertung von Informationen und Events in Echtzeit und eine Reaktion auf das Ergebnis. Im Falle unseres Showcases gewährleistet Apama einen reibungslosen Spielbetrieb – ein echter Mehrwert für den Kunden und Stadionbetreiber. Generell lassen sich dank Streaming Analytics Nachschubprozesse optimieren. Wir sehen hier große Potenziale in der Industrie und Logistik, wenn man an Smart Supply Chains bzw. Smart Delivery Chains denkt. Noch einmal am Beispiel eines Stadionbetreibers: Umsätze steigen, da mehr Lebensmittel verkauft werden können; Instandhaltungs- und Personalkosten sinken, weil weniger Krawalle aufkommen.

Welche weiteren Einsatzszenarien sind denkbar?

Aus unserem Projektalltag kennen wir unter anderem den Einsatz bei der Fraud Detection – also die Erkennung von Unregelmäßigkeiten in der Finanzbranche. So können interne Kontrollsysteme vor Wirtschaftskriminalität schützen. Ein komplett anderer Bereich wäre der Einsatz bei Maschinenbauern: Messwerte und Laufzeiten von Maschinen werden ausgewertet, um auf Schwellwerte zu reagieren, Wartungsaufwände vorauszusehen und Ausfälle so zu minimieren. Genauso können große Herstellungsbetriebe – zum Beispiel Autobauer – frühzeitig auf Marktschwankungen reagieren und dank einer Smart Supply Chain die passenden Rohstoffe und Bauteile stets verfügbar halten. Und das bei sinkenden Lager- und Beschaffungskosten.

Wie präsentieren Sie den Showcase auf der Innovation Tour?

Messebesucher können die Simulation auf zwei großen Monitoren verfolgen, die Datenströme über nutzerzentriert gestaltete Dashboards verfolgen und mit einem Tablet der Spielverlauf beeinflussen. So erleben die Teilnehmer den Mehrwert von Streaming Analytics live und interaktiv.

Sie wollen selbst ein Fußballstadion managen? Kommen Sie zur Innovation Tour 2017 und treffen Sie die Experten von nterra! Alle Informationen zum Event finden Sie hier.

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Interview mit Axel Simon von Aruba: neue Einblicke dank Location Analytics

Interview mit Axel Simon von Aruba: neue Einblicke dank Location Analytics

Am 12. September findet in Bonn die Innovation Tour 2017 der Software AG statt. Axel Simon, Chief Technologist bei Aruba, einem Hewlett Packard Enterprise-Unternehmen, stellt bereits vorab den Showcase der gemeinsamen Location Analytics-Lösung von Aruba und der Software AG vor. Im Interview erklärt der Tec-Experte, wo die Co-Innovation zum Einsatz kommt, welche Vorteile sie Branchen wie dem Einzelhandel bietet und warum Unternehmen mithilfe der Lösung ihre Kundenbeziehungen zielgerichtet verbessern können.

Herr Simon, was können wir uns unter Location Analytics vorstellen?

Bei Location Analytics handelt es sich um eine Technologie, die dem Nutzer sowohl indoor als auch outdoor zur Verfügung steht. Üblicherweise können Lokationsdaten nur draußen über Satellit erfasst werden. Mit Location Analytics ist dies nun auch in Gebäuden über ein WLAN-Netz möglich. Die Daten werden analysiert und mithilfe von Dashboards visualisiert. Unternehmen können das Verhalten ihrer Kunden anhand von WLAN-basierten Standortanalysen verstehen und vielfältig nutzen. Gebäudebetreiber etwa können neben der Verweildauer von Besuchern auch deren typischen Weg im Gebäude nachvollziehen sowie frequentierte Zonen in Echtzeit identifizieren.

Wie sieht die Durchdringung von Location Analytics am Markt aus – gibt es bereits konkrete Einsatzszenarien?

Derzeit rüsten sich die Einzelhändler sehr stark mit digitalen Infrastrukturen aus. Der nächste Schritt ist, auf solche Infrastrukturen Analytics-Plattformen aufzusetzen. Das Thema ist am Markt momentan noch sehr jung, auch wenn es technologisch schon ausgereift ist.

Das heißt, die Lösung ist einsatzbereit, aber Unternehmer brauchen gerade am Anfang Erfahrungswerte, um den wirklichen Mehrwert abzuschätzen?

Genau. Sowohl die Analytics-Möglichkeiten der Software AG als auch unsere Plattform, die die Daten dafür zur Verfügung stellt, sind extrem ausgereift. Die Lösung gibt es schon seit einiger Zeit, aber wir haben uns entschieden, unser gemeinsames Offering zum jetzigen Zeitpunkt auf den Markt zu bringen. Denn gerade jetzt suchen Unternehmen und Organisationen den Einstieg in die Location Analytics-Welt.

Welche Branchen profitieren Ihrer Erfahrung nach von Location Analytics?

Der Einzelhandel beschäftigt sich schon seit mehreren Jahren mit dem Thema. Er kann mithilfe von solchen Datenanalysen zum Beispiel Verkaufsflächen zielgerichtet gestalten oder Marketing-Kampagnen besser bewerten. Für Facility-Betreiber ist es relevant zu wissen, wie ihre Immobilie genutzt wird. Location Analytics gibt Auskunft darüber, wie groß die Verweildauer der Menschen in den einzelnen Bereichen ist und ob es Ballungen in bestimmten Abteilungen gibt. Dementsprechend kann der Facility-Betreiber sein Gebäude gemäß den neuen Informationen strukturieren. Weitere relevante Anwendungsfelder sind Bürogebäude, Krankenhäuser und Schulen oder große öffentliche Flächen wie Veranstaltungsorte oder Verkehrsknotenpunkte.

Das klingt spannend. Können Sie das noch ein bisschen genauer ausführen?

Bei Veranstaltungen kommt primär die Besucherstromanalyse zum Einsatz. Sie liefert Informationen zur Auslastung und Sicherheit. In Unternehmen lässt sich anhand der Lösung feststellen, ob buchbare Bereiche wie Meeting-Räume tatsächlich belegt sind oder ob sie freigegeben werden können. Dadurch können Unternehmen die Effizienz ihrer Gebäudeauslastung verbessern. In Krankenhäusern funktioniert das übrigens genauso. Dort wäre vor allem das Thema Asset Tracking interessant: Medizinische Geräte wie Diagnosegeräte oder Pumpen können mit einem Asset Tag versehen und dann auf dem digitalen Grundriss verortet werden. Außerdem gibt es Apps für Patienten, die wie ein digitaler Wegweiser funktionieren und ihnen die Orientierung im meist sehr großen Gebäude erleichtern.

Kommt Location Analytics bei Aruba selbst auch zum Einsatz?

Ja, wir selber stellen die Services der Location Analytics-Lösung unseren Mitarbeitern über Gebäude-Apps in unseren Standorten zur Verfügung. Unser neues Headquarter in Santa Clara, Kalifornien, ist ein vollständig digitalisiertes Gebäude, dessen Flächen man anhand der Lösung auf einer digitalen Karte sehen kann. Das gilt sowohl für den Bürobereich als auch für den gesamten Campus. So finden Mitarbeiter, die eine Indoor-Navigation nutzen, Besprechungsräume oder auch Kollegen schneller. Das steigert die Mitarbeiterproduktivität. Darüber hinaus können wir feststellen, wie sinnvoll manche Überlegungen sind, und dementsprechend  unternehmensinterne Prozesse und Abläufe optimieren.

Wie sieht das gemeinsame Angebot von Aruba und der Software AG konkret aus?

Wir sind als Unternehmen beide in den Zielmärkten aktiv und bündeln unsere Aktivitäten, um eine gemeinsame Lösung zu positionieren. Wir haben einen gemeinschaftlichen Ansatz, denn wir brauchen einander: Eine Analytics-Plattform braucht Daten zum Rechnen, und derjenige, der die Daten liefert, braucht umgekehrt die Analytics-Plattform, um sie zu interpretieren. Genau da treffen wir uns. Die Aruba Analytics und Location Engine liefert aggregierte, anonymisierte Standortdaten aus dem WLAN-Netzwerk. Die Daten werden mit Analytics-Lösungen der Software AG analysiert und in Form von Dashboards visualisiert. Durch diesen gemeinsamen Ansatz können wir Kunden noch zielgerichteter dabei unterstützen, ihr Kerngeschäft zu verbessern.

Was können wir uns unter dem Location Analytics-Showcase auf der Innovation Tour in Bonn vorstellen?

Mit unserem Showcase nutzen wir die Fläche der Veranstaltung vor Ort als lebendige Demonstration. Das gesamte Areal wird mit einem Location-Wireless-Netzwerk ausgestattet. Über diese Infrastruktur stellen wir das Besucher-WLAN zur Verfügung. Wenn sich Besucher in dieses WLAN einbuchen, wird ihr Standort erfasst. Die Daten werden aggregiert, an die Analytics-Plattform übergeben und dort visualisiert, sodass man auf dem Grundriss die Besucherströme analysieren kann – anonymisiert, selbstverständlich. Dadurch wird die Anzahl der Besucher, deren Verweildauer in bestimmten Zonen und ihre Bewegung von Zone zu Zone sichtbar. Die Besucher finden sich quasi selber im Showcase wieder und erleben unmittelbar, was eine Location Analytics-Lösung leisten kann.

Erleben auch Sie das gemeinsame Offering von Aruba und der Software AG live auf der Innovation Tour 2017 der Software AG. Alle Informationen finden Sie auf der Eventseite der Innovation Tour.

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Der Krise immer einen Schritt voraus

Der Krise immer einen Schritt voraus

Daten sind der Rohstoff unserer Zeit und machen den entscheidenden Unterschied – so erklingt derzeit allerorts das Mantra. Ein Mantra, das bei allen Übertreibungen völlig berechtigt ist.

Quer durch alle Branchen erhofft man sich, durch die Auswertung großer Datenmengen bislang verborgene Informationen zu gewinnen. Mit ihnen kann man vermeintlich unvorhersehbare Ereignisse präzise prognostizieren, unentdeckte Zusammenhänge aufspüren, Prozesse optimieren oder ganz neue Produkte und Dienste maßgeschneidert entwickeln. Kurzum: Daten werden zum zentralen Wertschöpfungsfaktor und damit zum Treibstoff der wirtschaftlichen Entwicklung.

Big Data im Katastrophenmanagement

Dass Big Data sogar Leben retten kann, zeigt das vom Bundeswirtschaftsministerium geförderte Forschungsprojekt sd-kama (Smart Data Katastrophenmanagement). Ziel von sd-kama ist es, eine Informationsplattform für das Katastrophenmanagement zu entwickeln und für das Hochwasserschutzmanagement der Stadt Köln zu pilotieren. Die dortige Hochwasserschutzzentrale arbeitet ganzjährig und ist damit einzigartig in Deutschland. Auf der Plattform werden Daten aus verschiedenen Quellen – Verkehrs-, Satelliten-, Pegel-, Wetter-, Bild- und Videodaten sowie Vitaldaten der Einsatzkräfte – zusammengeführt, in Echtzeit analysiert, aufbereitet und als Smart Data in eine digitale Lagekarte eingespielt. Mit ihr erhält die Kölner Hochwasserschutzzentrale nicht nur einen detaillierten Überblick über die aktuelle Situation, sondern auch verlässliche Prognosen über die weitere Entwicklung. So kann die Einsatzleitung die richtigen Prioritäten setzen und die Einsatzkräfte dort konzentrieren, wo sie am dringendsten gebraucht werden – und das sogar vorausschauend.

sd-kama stellt ein umfassendes Lagebild bereit, das neben der Hochwassersituation, den getroffenen Gegenmaßnahmen und Bild- bzw. Videomaterial auch die aktuelle Verkehrslage sowie den Standort von Depots und Logistikern umfasst. Grafische Simulationen geben Auskunft, welche Gebiete wegen des steigenden Hochwassers demnächst überspült werden. Die Einsatzleitung weiß damit bereits im Voraus, wo sich die nächsten Krisenherde anbahnen, und kann proaktiv und zielgerichtet geeignete Gegenmaßnahmen einleiten – im Ernstfall zählt schließlich jede Minute.

Eine App und Wearables unterstützen die Einsatzkräfte

Ein weiterer Clou von sd-kama: Mittels Wearables (Arm- und Brustbänder), die über diverse physiologische Werte permanent den Stresspegel der Einsatzkräfte ermitteln, kann die Einsatzleitung in Echtzeit erkennen, an welcher Stelle die Einsatzkräfte besonders unter Druck stehen, also wo Verstärkung oder Ablösungen dringend benötigt werden. Um hierbei dem Datenschutz gerecht zu werden, werden die Wearables freiwillig und erst nach Einwilligung getragen sowie ausschließlich zur Ermittlung des Stresspegels eingesetzt. Darüber hinaus wird den Einsatzkräften eine App fürs Smartphone bereitgestellt, mit denen sie vor Ort Fotos schießen sowie Videos aufnehmen und diese mit nur einem Klick automatisch an die Informationsplattform schicken können. Dieses Bildmaterial rundet das Lagebild ab und ermöglicht es der Einsatzleitung, sich in der Zentrale einen unmittelbaren Eindruck von der Situation vor Ort zu machen, etwa den Zustand der Schutzwände zu bewerten.

Praxistest bestanden

Wearables und Foto-App wurden nun im Rahmen der alljährlichen Hochwasserschutzübung der Stadtentwässerungsbetriebe Köln, AöR erstmals in der Praxis getestet. Rund 100 Einsatzkräfte waren an der Übung beteiligt, darunter Helfer des Technischen Hilfswerks sowie externe Dienstleister. Als Vorbereitung für den Ernstfall probten sie den Aufbau von knapp drei Kilometern Schutzwänden in der Kölner Innenstadt unter realitätsnahen Bedingungen. Wearables und Foto-App haben dabei den Härtetest bestanden und müssen jetzt in den letzten Monaten des Projektes von ihren technischen Kinderkrankheiten, beispielsweise in puncto Stabilität und Bedienerfreundlichkeit, befreit werden – die letzten Schritte auf dem Weg zum Projekterfolg.

Die weiteren Einsatzmöglichkeiten von sd-kama sind vielfältig. Sie reichen vom Katastrophenmanagement über die Sicherung von Großereignissen bis hin zur Überwachung der Supply Chain. sd-kama kann seine gesamten Vorteile überall dort voll ausspielen, wo es darauf ankommt, in einer unübersichtlichen Situation viele Informationen in kürzester Zeit zu bewerten und aus ihnen die richtigen Schlüsse abzuleiten. Das ist Big Data in R(h)einkultur.

Machen Sie sich selbst ein Bild: Weitere Informationen zum Projekt sd-kama finden Sie hier.

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Interview mit Dr. Ingo Hofacker, Deutsche Telekom: Abheben in die Cloud der Dinge

Interview mit Dr. Ingo Hofacker, Deutsche Telekom: Abheben in die Cloud der Dinge

Das Internet der Dinge gilt als einer der größten Hebel der Digitalisierung. Viele Unternehmen wissen jedoch noch nicht, wo sie ansetzen sollen. Einen unkomplizierten Einstieg ermöglicht die IoT-Lösung „Cloud der Dinge“, angeboten von der Deutschen Telekom und basierend auf der Cumulocity-Technologie der Software AG. Wie Unternehmen von den neuen Möglichkeiten profitieren können, darüber sprachen wir mit Dr. Ingo Hofacker, Senior Vice President Internet-of-Things, T-Systems Digital Division.

Herr Dr. Hofacker, wo stehen Unternehmen aktuell bei der Digitalisierung?

Meiner Einschätzung nach sind Unternehmen in Europa und in Nordamerika ungefähr gleich weit fortgeschritten. Sie befinden sich in einer Sondierungsphase. Das heißt, sie versuchen herauszufinden, was Digitalisierung und insbesondere Internet of Things – IoT – eigentlich für sie bedeutet. Dafür sprechen sie mit potenziellen Partnern und machen vielleicht schon einen Proof of Concept. Flächendeckende, große Rollouts sind aber eher noch die Ausnahme. Innerhalb der Sondierungsphase gibt es verschiedene Reifegrade. Manche Unternehmen haben zwar schon einmal von IoT gehört, wissen aber noch nicht so recht, welche Möglichkeiten es überhaupt gibt. Andere haben schon ein konkretes Projekt im Kopf und stehen jetzt vor der Frage, wie sie es umsetzen können.

Können Sie ein paar Beispiele für solche Projekte nennen?

Wir sehen zwei Hauptblöcke von Themen, die uns immer wieder begegnen: Track & Trace-Lösungen und Predictive Maintenance. Bei Track & Trace geht es darum, Geräte, Maschinen, Fahrzeuge oder Behälter zu lokalisieren. Ein Logistikunternehmen möchte zum Beispiel wissen, wo seine Transportbehälter sind. Ein Müllentsorger will überwachen, wo und in welchem Zustand sich seine Container befinden. Predictive Maintenance bedeutet vorausschauende Wartung. Damit können Unternehmen feststellen, ob eine Maschine oder ein Gerät Service benötigt, bevor überhaupt ein Fehler auftritt.

Wie hilft die Cloud der Dinge der Telekom dabei, IoT-Projekte umzusetzen?

Unsere Lösung enthält alle Komponenten, die ein Unternehmen benötigt, um ein IoT-Projekt zum Laufen zu bringen. Sie stellt Konnektivität für die Endgeräte zur Verfügung und bietet eine leistungsfähige IoT-Plattform, um die Endgeräte zu steuern. Außerdem können Kunden Analytics- und Visualisierungsfunktionen nutzen. Zusätzlich unterstützen wir sie bei der Integration in ihre bestehenden Systeme und Prozesse und stehen ihnen als Ansprechpartner im laufenden Betrieb zur Seite.

Wie ergänzen sich die Cumulocity-Technologie der Software AG und die Deutsche Telekom bei dieser Lösung?

Cumulocity bringt die sehr solide, schnelle Plattformtechnologie mit. Wir als Deutsche Telekom hosten die Plattform in sicheren deutschen Rechenzentren und sorgen für die Konnektivität, die Systemintegration und das Consulting. In diesem Bereichen liegt traditionell unsere Kernkompetenz. So verfügen wir zum Beispiel über spezielle Roaming-Abkommen, um Konnektivität auch im Ausland zu ermöglichen. Wir sind sehr gut im Mittelstand verankert und können global liefern. Gemeinsam mit Cumulocity haben wir ein innovatives Produkt auf den Markt gebracht, das weltweit führend und auf die Bedürfnisse des großen Mittelstands zugeschnitten ist.

Gibt es schon Kunden, die die Cloud der Dinge erfolgreich einsetzen?

Es gibt eine ganze Reihe Erfolgsstorys – zum Beispiel die eines Anbieters für Sachschadensanierung nach Brand-, Wasser- und klimabedingten Schäden. Das Unternehmen stellt seinen Kunden Bautrockner zur Verfügung, wenn sie einen Wasserschaden hatten. Jetzt hat es seine Trockengeräte mit Sensoren ausgestattet. Sie messen die Feuchtigkeit und bestimmen dadurch, wie lange ein Bautrockner laufen muss. Ist der Trockenvorgang abgeschlossen, meldet das Gerät, dass es abholbereit ist. So konnte der Sanierungsspezialist die Auslastung der Geräte und die Logistik-Prozesse verbessern. Gleichzeitig übermittelt der Bautrockner seinen Stromverbrauch an die IoT-Plattform. Diese Daten fließen automatisiert in die Abrechnung mit der Versicherung ein. Dadurch ließ sich der Abrechnungsprozess von zwei Stunden auf fünf Minuten reduzieren. Ein anderes Beispiel ist der Kompressor-Hersteller Kaeser. Er hat dank unserer IoT-Plattform ein neues Geschäftsmodell entwickelt und bietet seine Produkte jetzt als Service an. Kunden müssen einen Kompressor nicht mehr kaufen, sondern zahlen nach Nutzung. Abgerechnet wird gemessen an den Kubikmetern, die der Kompressor durchläuft, also nach Leistung und Einsatzdauer.

Das klingt spannend. Welche Trends sehen Sie denn für die Zukunft?

Ein großes Thema ist künstliche Intelligenz. Die Sensornetzwerke werden eine immer intelligentere Steuerungslogik haben. Indem sie viele verschiedene Datenpunkte miteinander verknüpfen, werden sie weitaus mehr Dinge erkennen, als wir das heute mit der Analyse von Daten können. Außerdem geht der Trend dahin, verschiedene Datenquellen miteinander zu verbinden. Die Deutschen Telekom bietet zum Beispiel das Produkt Motionlogic an. Damit kann man anonymisiert Bewegungs- und Verkehrsströme im Außenbereich messen. Auf der anderen Seite setzen viele Ladenbetreiber in ihrem Shop Beacon-Technik ein, um anonymisiert Daten über ihre Kunden zu sammeln. Würde man beide Datenquellen miteinander verbinden, wüsste ein Ladenbetreiber, wie viele Menschen seiner Zielgruppe an seinem Shop vorbeilaufen. So könnte er zielsicher festlegen, wo er am besten eine neue Filiale aufmachen sollte.

Dr. Ingo Hofacker wird als Keynote-Speaker auf der Innovation Tour 2017 der Software AG über weitere digitale Erfolgsmodelle berichten. Alle Informationen zum Event finden Sie auf der Homepage der Innovation Tour 2017.

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Wie bewegen smarte Technologien den Einzelhandel?

Wie bewegen smarte Technologien den Einzelhandel?

Auf der Suche nach „digitalem Gold“ setzen Einzelhändler verstärkt auf Technologien, von denen sie sich zusätzliche Gewinne und effizientere Prozesse versprechen. Sowohl Technologieanbieter als auch Analysten, Berater und die Medien warten mit Ratschlägen auf, wie man dabei am besten vorgeht. Doch es ist nicht immer einfach, aus der Masse an Informationen die richtigen Schlüsse zu ziehen. Drei Kernziele, die der Einzelhandel durch den Einsatz smarter Technologien erreichen soll, stehen bei Unternehmen und Analysten gleichermaßen im Vordergrund: umfassende Einblicke in Geschäftsprozesse zu gewinnen, die Effizienz zu steigern und Reaktionen zu automatisieren.

1. Einblick: das eigene Unternehmen, den Geschäftsbetrieb, Kunden und Produkte durchgängig verstehen

Laut Weltwirtschaftsforum basiert der künftige Erfolg des Einzelhandels auf Erkenntnissen, die aus Daten gewonnen werden – insbesondere Verbraucherdaten. Diese Daten stammen nicht nur aus unternehmenseigenen Systemen, sondern werden in Zukunft verstärkt von IoT-Sensoren und -Technologien bereitgestellt.

In seinem Bericht zur Zukunft des Einzelhandels kommt das Weltwirtschaftsforum zu dem Schluss, dass die bloße Erfassung von Verbraucherdaten nicht ausreicht, um die Wertschöpfung zu steigern. Vielmehr gilt es, diese Daten sinnvoll einsetzen, um Entscheidungsprozesse evidenzbasiert zu optimieren und sie anschließend skalieren und systematisieren zu können.

Der Einzelhandel muss seinen Kunden über alle Kommunikationskanäle digitalisierte und personalisierte Angebote zur Verfügung stellen, die ihre Anforderungen erfüllen und bestenfalls noch übertreffen. Dazu gehört beispielsweise auch die transparente Darstellung des verfügbaren Bestands.

2. Effizienz: Wirkungsverluste vermeiden und komplexe interne Prozesse automatisieren

67 Prozent der Einzelhandelsunternehmen halten die Effizienz des Geschäftsbetriebs für entscheidend, aber nur 27 Prozent glauben, dass sie hier gut abschneiden. Zu diesem Ergebnis kommt eine Forrester-Studie im Auftrag der Software AG über die Digitalisierungsstrategien verschiedener Branchen.

Die schnelle und effiziente Verarbeitung von Bestellungen und Rücksendungen, Kosteneffizienz, straffe Prozesse – all dies wirkt sich auf den Gewinn aus. Laut einer Barclays-Studie könnte Amazon mit seinem Lieferservice für Lebensmittel schneller aus den roten Zahlen kommen, wenn das Unternehmen seine Effizienz durch Prozessautomatisierung steigern würde. Barclay schätzt, dass Amazon seine Personalkosten signifikant senken könnte, wenn das Fullfilment und die Auslieferung am nächsten Tag automatisiert abliefe.

3. Intelligente Reaktion: automatisch auf unternehmensinterne Vorgänge reagieren

Intelligente Reaktion meint in erster Linie den Einsatz von smarten Technologien wie Predictive Analytics oder künstliche Intelligenz, um auf Ereignisse zu reagieren, die von Kunden oder anderen Faktoren ausgelöst wurden. Entscheidend ist dabei, dass diese Reaktion ohne Verzögerungen abläuft. Die Devise heißt: mithilfe von Software riesige Datenmengen sammeln und analysieren, um dann Reaktionen in Echtzeit zu testen und zu definieren. In der Forrester-Studie geben 63 Prozent der Einzelhändler an, dass Reaktionen in Echtzeit für sie sehr wichtig oder sogar entscheidend sind. Doch nur 25 Prozent der Befragten fühlen sich in der Lage, dies tatsächlich leisten zu können.

Wenn sich im Einzelhandel alles um diese drei Ziele dreht, stellt sich die Frage: Wie kann man sie mithilfe von smarten Technologien erreichen? Wir haben vier Schritte definiert, die Einzelhändler auf dem Weg zum digitalen Unternehmen gehen sollten. Diese werden wir Ihnen in den nächsten Wochen hier bei Ping IT vorstellen.Wenn Sie bis dahin mehr über das Angebot der Software AG für den Einzelhandel erfahren möchten, klicken Sie hier.  

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