Künstliche Intelligenz gewinnbringend einsetzen

Künstliche Intelligenz gewinnbringend einsetzen

Es wird Zeit, dass die Big-Data-Jongleure liefern. Banken und Finanzinstitute haben Datenwissenschaftler mit Millionen von Dollar überschüttet, damit sie in der Flut digitaler Informationen Muster finden. Jetzt müssen die Unternehmen Maßnahmen ergreifen, damit sich diese neu entdeckten Informationen auszahlen. Fragt sich nur, welche?

Big Data – die Bits und Bytes, die in einer immer stärker digitalisierten Welt entstehen – wurden als die Grundlage einer neuen Finanzarchitektur gerühmt. Predictive Analytics, Maschinenlernen und künstliche Intelligenz (KI) wurden als die Instrumente zur Verwirklichung dieses Ziels angepriesen.

Aber abgesehen von den Händlern, die Kunden mithilfe von Predictive Analytics bei ihren Entscheidungsprozessen unterstützen, einigen Robo-Advisory Diensten und einer Handvoll von KI gemanagter Fonds, haben Finanzinstitute noch keine Wege gefunden, wie sie ihre prall gefüllten Datenbanken gewinnbringend nutzen können.

Die neuen datengestützten Erkenntnisse sind hilfreich, aber es ist schwierig, sie im operativen Betrieb zu nutzen und zu monetisieren. Grundsätzlich geht es um die Frage, wie der Finanzsektor die gesammelten Daten einsetzen kann, um klügere Entscheidungen zu treffen.

Es gibt besorgniserregende Anzeichen, dass Manche im Big-Data-Versprechen nicht viel mehr als einen Hype sehen. Chiron Investment Management ist einer der Hedge-Fonds, die Zweifel daran anmelden, ob datengestützte Investitionsstrategien wie Smart Beta wirklich mehr Gewinn bringen als traditionelle Verfahren. Andere Vermögensverwalter überlegen, ob man zu viel Vertrauen darauf gesetzt habe, dass Big Data neue Märkte schaffen kann.

Big Data zum Aktivposten machen

Aber es gibt auch Investmentfirmen wie Vanguard und Blackrock, die stark in Robo-Advisory-Plattformen investieren. Die Tokioter Börse gehört zu der steigenden Zahl von Marktbetreibern, die KI einsetzten, um unlautere Handelspraktiken aufzudecken.

Ob nun der Nutzen von Big Data im Finanzsektor überbewertet wird oder nicht – nur Wenige bezweifeln, dass Datenwissenschaftler in der Flut von Informationen, die sie erhalten, Erstaunliches zu Tage fördern werden. Dies wiederum wird zahlreiche neue Chancen eröffnen:

  • Unternehmen erhalten bessere Informationen darüber, wie ihre Kunden ticken und können Produkte entsprechend personalisieren
  • Predictive Analytics stellt die Marktauswirkungen von Handelstransaktionen fest und hilft Unternehmen, durch verbesserte Transaktionsstrategien ihre Alpha-Kennziffer zu halten
  • Maschinenlernen ermöglicht eine intelligentere automatische Abwicklung (Straight-Through Processing, STP) von Transaktionen, hilft, ungewollte Abweichungen zu vermeiden, und trägt so zur Verbesserung und Rationalisierung des operativen Betriebs bei
  • Aggregierte Daten geben Hinweise auf neue Umsatzquellen und unterstützen Asset-Manager bei der Suche nach neuen Investitionsstrategien
  • Natural Language Processing automatisiert den Workflow aus schriftlichen Regeln und Vorschriften und hilft Unternehmen, die Regulierungsflut zu meistern

Die Datenflut mittels Plattform managen

Damit Big Data funktioniert, brauchen Unternehmen die richtigen Plattformen, um ihre Ideen schnell umzusetzen und in ihre operativen IT-Systeme integrieren zu können. Ebenso wichtig ist es, diese Prozesse zukunftssicher zu machen. Der Datenstrom wird nicht versiegen, sondern immer wieder neue, großartige Erkenntnisse hervorbringen. Deshalb muss die Plattform, für die sich ein Unternehmen entscheidet, flexibel und anpassbar sein und schnell auf veränderte Muster und eine veränderte Datenkomplexität reagieren können.

Traditionelle quantitative und systematische Hedge-Fonds wie Two Sigma und Winton beginnen bereits, basierend auf „Deep-Learning“-Systemen experimentelle Fonds zu entwickeln, die die neuronalen Netze des menschlichen Gehirns nachbilden sollen. In beiden Fällen brauchen die Netzwerke Zeit, um genügend Daten verarbeiten zu können und anhand von Rechenoperationen Investmententscheidungen zu treffen.

Schon viel zu lange sieht es so aus, als ob Big Data die Antwort auf eine schwierige Frage sei, die keiner gestellt hat. Nur mit der richtigen Plattform wird sich das Potenzial von Big Data zeigen, und zwar schon sehr bald.

Interessiert? Erfahren Sie hier mehr über unsere KI-Angebote.

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Digital Banking – jetzt oder nie!

Digital Banking – jetzt oder nie!

Banken gelten als „early adopters“ der IT, als digitale Vorreiter, die Trends früher umsetzen als anderen Branchen. Trotzdem mangelt es vielen Finanzunternehmen an Zeit und Mitteln, um die Digitale Transformation voranzutreiben. Der Einsatz einer Digitalisierungsplattform kann Abhilfe schaffen. Lesen Sie, warum sich die Investition in die Entwicklung passender Softwarelösungen lohnt.

An der Digitalisierung führt  in Deutschlands Banken kein Weg vorbei – daran besteht kein Zweifel. Allerdings gewinnt man in letzter Zeit nicht den Eindruck, dass es im Zahlungsverkehr (Paydirekt und Instant Payments), bei Blockchain oder Open Banking (APIs) große digitale Fortschritte gibt. So droht die gesamte Industrie den Anschluss an die Technologiegiganten aus dem Silicon Valley zu verlieren. Symptomatisch sind die Aussagen eines Chief Digital Officers, der die Situation seines Hauses so auf den Punkt brachte: „Wir bewegen uns mit dem Tempo einer Wanderdüne in Richtung Digitalisierung. Mit höchster Priorität werden gesetzliche Vorgaben umgesetzt. Danach kommen die notwendigen Anpassungen in den bereits laufenden Systemen. Und schließlich das strategische Großprojekt für den Vorstand.“ Unsere Mitarbeiter sind damit montags bis freitags von 8 bis 18 Uhr beschäftigt. Für die Digitalisierung ist dann vielleicht am Samstagnachmittag um 15 Uhr noch etwas Zeit.“

Zeit- und Ressourcenmangel bremst Banken aus

Eins wird deutlich: Für die Digitalisierung fehlen Unternehmen Ressourcen und Zeit. Das bestätigt der kürzlich erschienene Monitoring-Report „Wirtschaft Digital 2017“ des BMWi. Demnach liegt der Digitalisierungsgrad der deutschen Wirtschaft bei 54 von 100 möglichen Indexpunkten.

Bei allen Projekten, so der zitierte CDO, werde immer wieder auf die gleichen Personen in der IT und im Fachbereich zurückgegriffen. Zudem seien wesentliche Teile des verfügbaren Budgets in diesen Maßnahmen gebunden. Für die eigentlich gewünschten Initiativen rund um Digitalisierung und Innovation stehen dann im besten Fall nur 20 Prozent der Finanzmittel zur Verfügung.

Kosten sparen mit einer Digitalisierungsplattform

Dabei könnten die Budgets durch den Einsatz einer Digitalisierungsplattform deutlich entlastet werden. Der Einsatz dieser Plattform zielt auf zwei große Hebel ab:

  1. Die bessere Planung der Business- und IT-Transformation – hier liegen gewaltige Effizienzpotenziale, wenn man bedenkt, dass in Projekten mitunter 25 Prozent Risikopuffer für Verzögerungen oder ungeplante Aktivitäten vorgesehen sind. Gelingt es, diesen Risikopuffer durch eine bessere Planung und die Analyse von Abhängigkeiten zu den tatsächlich betroffenen Prozessen und Systemen zu verringern, so werden wertvolle Ressourcen für Innovationsprojekte frei.
  2. Die Entwicklung neuer Produkte und Services auf Basis einer Entwicklungsplattform, die den Entwickler dadurch entlastet, dass nicht mehr so viel codiert werden muss. Durch den Einsatz moderner Entwicklungswerkzeuge können bei der Entwicklung von Services, der Gestaltung von Prozessabläufen, der Bereitstellung von APIs und der Integration von Systemen deutliche Entlastungen der Budgets erreicht werden. Die Integration von Systemen lässt sich mit dem richtigen Werkzeug beispielsweise rund 30 Prozent schneller durchführen. Hochgerechnet auf die gesamte Bank kommen so schnell Millionenbeträge zusammen.

Standardsoftware ist keine Alternative

Natürlich bedeutet der Einsatz einer Digitalisierungsplattform auch, dass eine Bank zunächst mehr Geld in die Entwicklung von Software investiert. Aber genau diese Investition ist notwendig, um innovative Produkte und Services anbieten zu können.  Mit Standardsoftware würde das zu lange dauern und ermöglicht darüber hinaus keine wirkliche Differenzierung im Markt.

Jetzt ist der richtige Zeitpunkt für Banken, um die Weichen in Richtung konsequenter und erfolgreicher Digitalisierung zu stellen. Wenn im Herbst die Budgets für das kommende Jahr festgelegt werden, sollte daher auch über die Verwendung einer Digitalisierungsplattform nachgedacht werden. So können die Budgets entlastet und perspektivisch 50 Prozent für die Umsetzung innovativer Projekte verwendet werden. Banken tun gut daran, die Entwicklung von Software wieder als Kernkompetenz zu begreifen, um sich so langfristig ihre Wettbewerbsfähigkeit zu sichern.

Sie möchten mehr zu den Chancen der Digitalisierung in der Finanzbranche erfahren? Für mehr Informationen zu innovativen Lösungen klicken Sie hier.

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Mit Start-Up-Tugenden zum digitalen Erfolg

Mit Start-Up-Tugenden zum digitalen Erfolg

Am 12. September findet in Bonn die Innovation Tour 2017 der Software AG statt. Jochen Siegert, Chief Operating Officer des B2B Zahlungsverkehrs- und Lieferantenfinanzierungsspezialisten Traxpay, wird dort zur digitalen Zukunft Deutschlands sprechen. In einem Vorab-Gespräch erklärt der FinTech-Experte, wie unsere Wirtschaft weiter auf Erfolgskurs bleibt und was sie von den großen Playern der Digitalbranche lernen kann.

Herr Siegert, wie sieht die digitale Zukunft Deutschlands aus?

Um zu verstehen, wo die Reise hingeht, müssen wir zunächst die Technologie-Trends der letzten Jahre betrachten: Wir sind zur Plattformökonomie geworden. Digitale Plattformmodelle sind komplett auf den Bedarf der Kunden in unserer digitalen Welt zugeschnitten. Wer das perfekt beherrscht, kann schnell zum Global Player und Marktführer werden. Im Social-Media-Bereich ist das etwa Facebook, bei den Suchmaschinen Google, im Onlinehandel Amazon, die sich einen riesigen Vorsprung gegenüber der Konkurrenz verschafft haben. Amazon macht in Deutschland beispielsweise mehr Umsatz als die nächstgrößten zwölf Online-Händler zusammen. Da diese Marktführer konstant weiterwachsen, geht die Schere immer weiter auseinander. Dieser Trend wird sich auch in den nächsten Jahren fortsetzen. Bei den genannten Beispielen handelt es sich durchweg um US-amerikanische Unternehmen, die das Marktpotenzial von Plattformmodellen und Netzwerkeffekten früh erkannt und gekonnt genutzt haben. In Deutschland haben wir diesen Trend leider verschlafen – zumindest was die Digitalbranche angeht.

Was kann Deutschland nun tun, um wirtschaftlich nicht abgehängt zu werden?

Wir müssen uns auf unsere Stärken, unsere Champions konzentrieren: Die deutsche Automobil- und Maschinenbauindustrie ist führend, denn Engineering „made in Germany“ steht für höchste Qualität. Es gilt, diese Industrien im Rahmen der Digitalisierung fit zu machen für zukünftige Anforderungen – und zwar mit der Flexibilität und Agilität, die dem digitalen Wandel angemessen ist. Wir neigen hierzulande sehr stark zum Over-Engineering und verlieren dann den eigentlichen Blick dafür, was die Kunden wirklich wollen. Hier muss ein Umdenken stattfinden. Wir müssen schneller den Kundenbedarf ermitteln und dann iterativ Produkte bauen, ausprobieren und weiter entwickeln, die auf den größtmöglichen Kundennutzen zugeschnitten sind – das können wir von Google und Co. lernen.

Wie geht man diese Herausforderung an?

Unternehmen sollten die Trends rund um die Digitalisierung ernsthaft und ganzheitlich verfolgen und das Thema nicht nur an einige wenige IT- oder Technikspezialisten delegieren. Digitalisierung und Innovation müssen im Grunde von der ganzen Firma – vom Aufsichtsrat bis zum Auszubildenden – gelebt und vorangetrieben werden. Vielerorts setzt man auf einen Chief Digital Officer, der die Digitalisierungsstrategie vorgeben und umsetzen soll. Wenn der CDO jedoch ein Einzelkämpfer bleibt, wird er scheitern. Die digitale Transformation kann nicht von wenigen Spezialisten im Unternehmen realisiert werden, sondern jeder Einzelne muss die neuen Themen verstehen und Initiativen mittragen, sodass sie zum Erfolg werden.

Wie sieht die digitale Transformation in der Finanzbranche aus?

Banken mussten sich mit dem Thema digitale Transformation früh auseinandersetzen – mit digitalen Services wie Onlinebanking und Onlinebrokerage. Das war aber meist „nur“ der Zugangskanal – das eigentliche Kerngeschäft war unverändert. Jetzt spüren sie den starken Innovationsdruck auch im Kerngeschäft, ausgelöst durch digitale Herausforderer, die sich zum Teil auch als Intermediär zwischen Bank und Kunde positionieren. Ein prominentes Beispiel ist der mittlerweile etablierte Zahlungsdienstleister PayPal, der die Marktanteile innerhalb weniger Jahre signifikant verschoben hat und heute den Bereich Online-Payment dominiert.

Wie gehen große Finanzhäuser mit dieser Konkurrenz um?

FinTech-Start-ups haben den großen Vorteil, dass sie, im Gegensatz zu traditionellen Finanzdienstleistern, Innovationen und technische Prozesse sehr schnell umsetzen können. Die großen Player der Branche müssen sich also fragen, wie sie mit dieser Vielzahl an Anbietern konkurrieren können – oder inwiefern sie das überhaupt müssen. Anstatt alle Produkte und Services inhouse anzubieten, können sie sich über Partnerschaften Teile solcher Produkte von Dienstleistern dazukaufen und auf diesem Weg ihr Angebot an digitalen Services erweitern.

Einige FinTech-Start-ups entwickeln etwa Technologien für unbesetzte Nischen und können sich so als IT-Dienstleister und Techniklieferanten für die Banken positionieren. Ein prominentes Beispiel dafür ist die ING-Bank: Kunden können ihre Rechnungen unkompliziert begleichen, indem sie Papierrechnungen abfotografieren, die dann in einen vorher ausgefüllten Überweisungsträger konvertiert werden, ohne dass der Kunde alle Details mühsam abtippen muss. Dahinter steht die Entwicklung eines FinTech-Start-ups.

Liegt darin auch die Chance für Start-ups, über Innovationspartnerschaften mit größeren Unternehmen im B2B-Bereich Fuß zu fassen?

Absolut! In den letzten Jahren hat bei großen Unternehmen ein Umdenken stattgefunden und sie sind offener geworden für solche Partnerschaften. Sie schätzen den Pioniergeist und die Risikobereitschaft der Start-ups sowie deren gutes Gespür dafür, was Kunden sich wünschen.

Wir als Traxpay helfen Banken und großen Firmenkunden mit Innovationen im Firmenkundenzahlungsverkehr und der Lieferantenfinanzierung. Ein anderes bekanntes Beispiel ist das Startup Figo. Dieses hatte beispielsweise eine Onlinebanking-App entwickelt, mit der Privatkunden die Bewegungen auf mehreren Konten konsolidiert einsehen können. Der Bedarf war vorhanden, doch die Konkurrenz durch die Haus-Apps der Banken zu groß. Figo hat daraufhin sein Geschäftsmodell überdacht und es von einem privaten Endkundenmodell in ein Businessmodell umgewandelt. Das Start-up ist heute ein technischer Dienstleister, zu dessen Kunden namhafte Banken – allen voran die Deutsche Bank –, aber auch viele Unternehmenskunden zählen, die Figos Technologie für ihre eigene Banking-App nutzen.

Diese Agilität der Start-ups, schnell auf Marktentwicklungen zu reagieren, sich auch selbst komplett neu zu erfinden, ist eine Tugend, die den alteingesessenen Unternehmen oft fehlt. Eine Innovationspartnerschaft ist deshalb für beide Seiten fruchtbar: Die großen Unternehmen unterstützen die jungen Start-ups im Geschäftsaufbau und erleichtern ihnen den Markteintritt. Im Gegenzug profitieren sie von der Innovationsbereitschaft und Dynamik der Startups. Nur wer das Ohr am Markt hat, den Kundenbedarf versteht und seine Produkte immer wieder neu danach ausrichtet, kann im Zeitalter der Digitalisierung wettbewerbsfähig bleiben.

Treffen Sie Jochen Siegert auf der Innovation Tour 2017 und diskutieren Sie mit! Alle Informationen zum Event finden Sie hier.

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Mobiler Fortschritt made in Africa

Mobiler Fortschritt made in Africa

Unsere Zukunft ist zweifellos mobil. Immer mehr Unternehmen bieten ihre Services so an, dass sie mit mobilen Endgeräten genutzt werden können. Das betrifft auch traditionelle Branchen wie den Finanz- und Versicherungssektor. Banken investieren in Mobiltechnologie und suchen sich den passenden Co-Innovator aus der Mobilfunkbranche. Finanzunternehmen wollen ihre Kunden auf digitalen Kanälen erreichen, was eigene Kosten und die der Kunden spart. Sie stellen auf mobile Zahlungs- und Kredit-Services um. Dabei haben sie hierzulande oft mit mangelnder Akzeptanz zu kämpfen, aber es gibt gute Ansätze – und mobile Vorzeigeprojekte anderswo, die inspirieren.

Wer seinen Blick nach Afrika richtet, stellt fest: Dort wurde die Digitalisierung des Finanzwesens und anderer Branchen nicht auf die lange Bank geschoben. In Regionen, in denen ein Großteil der Einwohner aufgrund großer Distanzen und fehlender finanzieller Mittel keinen Zugang zu klassischen Bankkonten oder vergleichsweise teuren Festnetzservices hat, landen vielversprechende Innovationen direkt auf dem Mobiltelefon.

Viele Länder in Afrika und Asien überspringen die Innovationsstufe teurer Festnetzinfrastruktur und setzen gleich auf Mobilfunk. Die vergleichsweise junge Bevölkerung ist sehr empfänglich für die Annehmlichkeiten der mobilen Kommunikation und steckt andere mit ihrer Begeisterung an. So entsteht in Schwellenländern eine mobile Kultur, die wiederum eine Vielfalt an Innovationen hervorbringt. Mobile Services für Banking und Handel, Transport, Bildung und Gesundheit haben den Alltag erobert. Mobile Technologie verschafft zum Beispiel Nutzern aller Bevölkerungsgruppen Zugang zu Mikrokrediten oder Bargeld, wofür sie nicht mal ein Konto brauchen. Im Mobile Payment ist Afrika Innovationsführer.

In den Industriestaaten schicken sich junge FinTech-Unternehmen an, die innovativen Geschäftsmodelle nachzuvollziehen. Sie machen etablierten Finanzdienstleistern Konkurrenz, indem Startups beispielsweise das Girokonto aufs Smartphone bringen, wodurch sich der Nutzer den Gang zu Bank erspart. Mobiles Bezahlen stößt in Deutschland jedoch noch auf wenig Zuspruch. Hürden bauen sich in Form von App-Bindung, Internetzwang und vor allem dem Verbinden mit einem Bankkonto im Hintergrund auf.

Sichere mobile Überweisungen dank Streaming-Analytics-Software

Kritiker monieren, dass noch mehr mobile Transaktionen erst recht Cyber-Kriminelle anlocken. Weltweit betrachtet wird der mobile Datenverkehr explodieren. Prognosen gehen davon aus, dass er bis 2020 monatlich 30,6 Exabyte erreichen wird. Das wäre zehn Mal so viel wie 2015. In diesem Vergleichsjahr nutzen bereits 4,7 Milliarden Menschen ein Mobilgerät. Das entspricht 60 Prozent der Weltbevölkerung. In der Tat bietet das erhöhte Datenverkehrsvolumen und die wachsende Anzahl von Nutzern Cyberkriminellen eine Vielzahl neuer Angriffspunkte.

Diese Sicherheitsbedenken lassen sich überzeugend mit einer Streaming-Analytics-Software ausräumen. Mehrere hundert Organisationen weltweit werten ihre Datenströme bereits mit Apama aus. So können beispielsweise Banken und Kreditinstitute in weniger als einer Sekunde einen Cyber-Angriff aus Millionen von Transaktionen herausfiltern. Auch verarbeiten Plattformen wie Adabas & Natural heute schon zehntausende Batch-Jobs und Milliarden von Transaktionen pro Tag. Unsere Plattform ist für die Echtzeit-Analyse großer Datenbestände ausgelegt. Sie deckt Unregelmäßigkeiten und unkorrekte Bezahlvorgänge sowie Betrugsversuche in Echtzeit auf.

Technikskepsis wird schnell zum Nachteil

Der digitale Wandel ist schwer vorhersehbar – er verlangt uns Offenheit gegenüber Innovationen und Trennung von liebgewonnen Technologien und Methoden ab. Oft prallen digitale Ungewissheit und Experimentierfreude auf das Planungs- und Sicherheitsbedürfnis, welches in deutschen Unternehmen sehr ausgeprägt ist. Übertriebene Technikskepsis ist in der Wirtschaft jedoch gefährlich – sie hält zögerliche Marktteilnehmer davon ab, die Digitalisierung voranzutreiben und befördert sie ins Abseits. Denn wer die Digitalisierung im Allgemeinen und Mobility im Besonderen verpasst, der verliert Nutzer, die mit nur einem Klick oder einer Wischbewegung zum Wettbewerber gehen können.

Agile IT, Marktkenntnis und effiziente Entwicklungs- und Vertriebsprozesse zeichnen einen aussichtsreichen digitalen Akteur aus. Sein mobiles Angebot bedient das Bedürfnis der Zielgruppe exakt und macht sich schnell unverzichtbar. Insbesondere, wenn eine Nutzergruppe eine mobile Kultur leben will.

Weitere Zahlen und Fakten zu diesem Thema:

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Ein CEO kommt in seine Bank und fragt…

Ein CEO kommt in seine Bank und fragt…

Ein CEO kommt in seine Bank und fragt: „Wie kriegen wir das hin mit „digital first“?

Sein Direktor antwortet: „Nun, ich würde nicht hier anfangen …“

„Digital first” ist ein wichtiges Ziel für die CEOs von Banken. Die Beratungsgesellschaft McKinsey kommt in ihrer Studie Capital Markets and Investment Banking 2016: Time for Tough Choices and Bold Actions” zu der Einschätzung, dass Banken durch Digitalisierung Kosteneinsparungen von 24 bis 25 Prozent und eine Umsatzsteigerung von vier bis 12 Prozent erreichen können.

Wenn man „digital first“ als Methode definiert, die sich vollständig am Kunden ausrichtet, müssen Produkte, Dienstleistungen und die ihnen zugrunde liegende Technologie vom Kunden aus gedacht werden, das ist die wichtigste Anforderung. Lassen Sie mich anhand eines Beispiels aus der Versicherungsbranche beschreiben, wie ein Digital-first-Ansatz konkret aussehen kann.

Heute erfassen Versicherungen und die meisten Banken jedes Mal, wenn sie ein Produkt verkaufen, dieselben Kundendaten. So entstehen Dateninseln (womöglich mit voneinander abweichenden Daten), und der Kunden durchläuft immer wieder denselben Prozess. Bei einem Digital-first-Ansatz, würden zuerst die Kundendaten erfasst und dann die Produkte mit dem Kunden verknüpft. Der Kunde könnte über einen zentralen Einstiegspunkt auf alle Produkte zugreifen; das Unternehmen würde pro Kunde nur einen Datensatz speichern und hätte es leichter bei der Analyse seiner Kundendaten.

Es ist ziemlich offensichtlich, dass ein solches Vorgehen zu Kostensenkungen und einer Margenverbesserung führen würde. Wie funktioniert so etwas? Zunächst müssen Sie feststellen, wo Ihr Unternehmen heute steht. In einigen Bereichen wird sich das Konzept „digital first“ schon durchgesetzt haben. Alle Teams auf den gleichen Stand zu bringen – und Status quo der Prozesse und Technologien abzugleichen – ist der erste Schritt hin zu einem von allen getragenen Wandel.

Zustimmung und Mitarbeit sind die Grundvoraussetzung für eine Veränderung. Denn „digital first“ bezieht auf die Unternehmenskultur und den operativen Prozess. Schon der geringste Widerstand gegen Veränderungen kann den Fortschritt verzögern. Damit alle an einem Strang ziehen, brauchen Sie eine Plattform, die eine teaminterne Zusammenarbeit außerhalb der vorhandenen Inseln ermöglicht und vorhandene Strukturen überwindet.

Das heißt nicht, dass jedes Team dieselben Ziele hat. Der Transformationsprozess muss berücksichtigen, dass es viele unterschiedliche Rollen und Treiber in den Teilen des Unternehmens gibt. Das ist unerlässlich, will man die Teams überzeugen. Customer-Engagement-Manager werden gemessen – und messen ihre Leistung selbst – an der Qualität des Kundenservices. In diesem Kontext muss die digitale Transformation gestaltet werden, soll sie nicht hinter andere Prioritäten zurückfallen.

So wie die Strategie den Fokus auf den Kunden legt, muss der Veränderungsprozess den Fokus auf die Anforderungen des Unternehmens legen, um sicherzustellen, dass ein vollständiger Wandel stattfindet. Zusammenarbeit innerhalb des Change-Managements kann zu einer organischen Transformation von unten nach oben führen. Wo auch immer die digitale Reise Ihres Unternehmens beginnt, alle müssen sie gemeinsam beginnen. Dann ist der erste Schritt getan.

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