Produzierende Industrie 2021: Drei wichtige Trends

Produzierende Industrie 2021: Drei wichtige Trends

Unternehmen in der produzierenden Industrie sind weiter damit beschäftigt, sich an die Veränderungen anzupassen, die durch Corona-Pandemie angestoßen wurden. Gleichzeitig richten sich die Unternehmen neu aus, um auch 2021 flexibel und wettbewerbsfähig zu bleiben.

Nachfrageschwankungen, unterbrochene Lieferketten, dringend notwendige Maßnahmen zum Arbeitsschutz: Das sind nur einige der Herausforderungen, die Unternehmen zwingen, Ihre Betriebs- und Geschäftsmodelle zu überdenken.

Im nächsten Jahr und darüber hinaus ist Agilität gefragt, um relevant zu bleiben und schnell reagieren zu können, was auch immer kommen mag. Ich sehe für 2021 drei wichtige Trends:

Trend 1: Der digitale Kunde

Der Wunsch nach kontaktlosen, digitalen Einkaufskanälen hat die Customer Journey verändert. Die Digitalisierung hat für Unternehmen in der produzierenden Industrie eine hohe Priorität. Aber viele werden sich schwer damit tun, digitale Tools und Vertriebskanäle zu implementieren. Sind die neuen Tools einmal eingeführt und die Mitarbeiter geschult, helfen sie Kunden, nicht nur Anschaffungskosten eines Produktes, sondern auch die Folgekosten zu überblicken, die beispielsweise bei der Implementierung und dem Betrieb entstehen.

Für die Unternehmen ist das ein Balanceakt, denn einerseits kommen sie um die Digitalisierung nicht herum, andererseits muss für die Kunden die Abwicklung von Geschäften auch weiter komfortabel bleiben.

Trend 2: Stabile Umsätze

Um wiederkehrende und stabilere Umsätze zu erzielen, steigen produzierende Unternehmen um auf innovative Vertriebsmodelle wie „Anything as a Service (XaaS“) und Angebote, die sich nach dem Ergebnis richten, das der Kunde mit einem Produkt erzielt. Bei beiden Modellen bleibt der Hersteller während des gesamten Produktlebenszyklus im Kontakt mit dem Kunden, also normalerweise drei Jahre oder länger, und kann den Langzeitwert der Kundenbeziehung (Customer Lifetime Value) steigern.

Unternehmen in der produzierenden Industrie erweitern ihr Angebot an integrierten Produkten und Services kontinuierlich. Bei der Entwicklung und dem Betrieb von Softwarelösungen suchen sie die Unterstützung der Großhändler. Kunden profitieren von diesen Angeboten, weil ihre Investitionskosten sinken; dennoch fällt es den Herstellern schwer, deren Wert zu vermitteln, die neuen Angebote lassen sind schwer zu verkaufen.

Trend 3: Strategien für die einzelnen Vertriebskanäle

Unternehmen überdenken ihre Strategien für direkte und indirekte Vertriebskanäle, da der direkte Kundenkontakt seltener wird. Mit steigendem Erfolg des Online-Handels werden die Hersteller ihre Investitionen in die Digitalisierung erhöhen, damit sie mit ihren Zielkunden in Kontakt bleiben und dennoch ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter schützen können.

Trotz der wachsenden Beliebtheit digitaler Kanäle, stiegen die Hersteller aber nicht scharenweise auf den Direktvertrieb um. Einige haben ihren eigenen E-Commerce-Kanal, andere setzten auf Großhändler mit umfassenden Funktionen für den Online-Handel. Auf ihren direkten Kanälen expandieren die Unternehmen ihre Programme und versuchen, mithilfe von Vertriebsspezialisten und Vertriebsinnendienst-Mitarbeitern die Effizienz zu verbessern.

Agilität in Zeiten komplexer Vertriebszyklen

2021 werden sich die meisten Unternehmen vom COVID-19-Schock erholt haben, aber der Lernprozess, wie man in einer unsicheren, virtuellen Umgebung operiert, geht weiter. Längere, komplexe Vertriebszyklen erfordern nach wie vor den persönlichen Kontakt. Aber ob sie erfolgreich sind, hängt auch von den Kunden ab, und die sind misstrauisch und zögern zum Teil noch, sich externen Anbietern zu öffnen.

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3 Digital Trends für den Einzelhandel 2021

3 Digital Trends für den Einzelhandel 2021

In vielen Branchen sind Prognosen inmitten einer Pandemie schwierig bis unmöglich. Das gilt nicht für den Einzelhandel. Aber warum?

Weil die Corona-Pandemie als Katalysator der digitalen Transformation wirkt und Trends befeuert und verstärkt hat, die seit Jahren im Hintergrund wirksam sind. McKinsey hat jüngst festgestellt, dass 2020 in einem Zeitraum von zehn Wochen der E-Commerce-Anteil so stark gewachsen ist wie in den vergangenen zehn Jahren insgesamt.

Im kommenden Jahr sehe ich angesichts dieses rasanten Trends im Einzelhandel folgende Entwicklungen:

1. Automatisierung überall

Die Corona-Krise hat fast alle Unternehmen auf dem falschen Fuß erwischt und viele aus dem Rennen geworfen, die nicht in der Lage waren, auf Online-Vertrieb umzustellen. Sie hat viele Veränderungen im operativen Geschäft angestoßen, die zu Effizienzproblemen führen und Korrekturen erforderlich machen.

Die wichtigste Korrektur wird die Automatisierung sein; sie wird sich durch alle Bereiche ziehen, von der Lagerverwaltung bis zur Lieferung: Walmart und Tesco testen gerade die Auslieferung mit Drohnen, und es ist wahrscheinlich, dass demnächst Roboterfahrzeuge wie Starship in dichtbesiedelten Gebieten eingesetzt werden.

McKinsey geht davon aus, dass über 50 Prozent aller Tätigkeiten im Einzelhandel mit vorhandener Technologie automatisiert werden können. Mithilfe von KI werden Entscheidungen in der Verkaufsförderung automatisiert. Für Geschäfts- und Supply-Chain-Prozesse werden Kontrolltürme eingeführt, die das Geschäft ganzheitlich überwachen und den Weg zur autonomen Supply Chain ebnen.

Der Schlüssel zur Automatisierung ist die nahtlose Verknüpfung von Daten, denn das Streben nach Veränderung verstärkt die Bemühungen um eine uneingeschränkte Konnektivität, die jetzt wichtiger denn je ist.

2. Nach Omni-Channel

Wann immer Sie als Konsument eine neue bessere Erfahrung machen, steigen Ihre Erwartungen. Omni-Channel wird viel zitiert, und dennoch haben nur wenige Einzelhändler dieses Versprechen eingehalten.

Andy Gamble, CIO beim britischen Einzelhändler Dixons Carphone, sagte erst vor Kurzem:

„Omni-Channel ist mehr als die Verbindung des Online- und des Kundenerlebnisses im Geschäft. Es erstreckt sich auch auf die Supply Chain, den Kundenservice und das Kontakt-Center.“

Damit beschreibt er das Konzept eines „harmonisierten Einzelhandels“, bei dem die Erfahrung in jeder Phase der Customer Journey konsistent und fließend ist, bei der Auswahl, der Abwicklung, dem Kauf und der Nutzung. Der Kunde erhält, was er wünscht, und zwar wo, wann und wie er es wünscht.

Das hat erhebliche Auswirkungen auf Daten, Koordination und das operative Geschäft. Bedenkt man, dass bei einer einfachen BOPIS-Transaktion (online kaufen, im Laden abholen) über 20 Systeme beteiligt sein können, ist das nicht einfach. Aufgrund abweichender Technologiestandards und unterschiedlicher Hersteller steigt die Komplexität weiter. Man kann sich vorstellen, welche Schmerzen das bei IT-Teams verursacht. Das probate Schmerzmittel ist eine nahtlose, agile und schnelle Konnektivität über alle Systeme, Kanäle und unterschiedlichen Hersteller hinweg.

3. Wiedergeburt der Läden

Die Läden werden sich mit Blick auf Sicherheit und Kundenerfahrung neu erfinden.

In allen Bereichen des Einzelhandels werden stationäre Läden zu digitalen Zentren für die Anlieferung und die Abholung von Bestellungen und gleichzeitig zu Erlebniszentren. Ein solches operatives digitales Zentrum ist unerlässlich, um die Erwartung der Kunden, dass Waren am Tag der Bestellung geliefert werden, zu erfüllen, ohne in neue Verteilzentren investieren zu müssen.

Die Sicherheit von Kunden und Angestellten muss erhöht werden. Denkbar sind hier intelligenten Lösungen für Social Distancing, der Einsatz von Verkaufsrobotern und die Möglichkeit, mithilfe von Augmented Reality Kleidung anzuprobieren, ohne sie zu berühren. Eine weitere Option sind virtuelle Ladenbesuche. Ferragamo und Currys PC World bieten Ihren Kunden bereits virtuelle Läden, Live-Produktdemos oder Online-Beratung durch Angestellte im Laden an.

Als Einzelhändler haben Sie keine Wahl, Sie müssen sich weiterentwickeln, denn ihre Kunden warten nicht. Blicken Sie nicht zurück in eine Vergangenheit, in der fehlende Konnektivität den Fortschritt behinderte. Blicken Sie in die Zukunft, in der Daten ungehindert fließen werden. Eine harmonische Abstimmung und Konnektivität inner- und außerhalb des Unternehmens schaffen unendliche Möglichkeiten.

Die Fähigkeit, alles zu verbinden und aufeinander abzustimmen entscheidet darüber, ob Sie Ihren Kunden innovative Angebote machen und Ihre Konkurrenz überflügeln können.

Gehen Sie jetzt den ersten Schritt zur Harmonisierung Ihres Kundenerlebnisses

 

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Das Paradoxon der Digitalisierung

Das Paradoxon der Digitalisierung

Es mag auf den ersten Blick widersprüchlich erscheinen. Aber wenn wir heute über Digitalisierung sprechen, geht es nicht mehr in erster Linie um die Anwendung unterschiedlicher Technologien, sondern vielmehr um Strategien für das Unternehmen als Ganzes. Die Zeiten, in denen IT lediglich ein Instrument war, das wie eine Kostenstelle verwaltet wurde, sind längst vorbei. IT sollte heute ein Innovationsmotor und -katalysator sein, der ganzheitlich – also für das gesamte Unternehmen – entwickelt wird.

Kaum ein neues Produkt oder neuer Service kommt heute ohne moderne Technologie aus. Kein Unternehmen kann auf moderne Technologie verzichten. Ein aktuelles Beispiel dafür ist die Corona-Pandemie: Dank digitaler Technologien – insbesondere Softwarelösungen – konnten sich Unternehmen und ganze Branchen über Wasser halten. Wir haben gesehen, dass digitale Technologien eine höhere Effizienz ermöglichen. Wir haben erkannt, was digitale Technologien leisten können – und was passiert, wenn sie fehlen.

Das Paradoxon der Digitalisierung

Obwohl digitale Technologien immer relevanter werden, sind sie selten der Schlüsselfaktor. Das kann man getrost als Paradoxon bezeichnen. Hardware wird immer austauschbarer, weil sich Leistungsunterschiede nicht mehr auf ein bestimmtes Gerät oder eine bestimmte Komponente zurückführen lassen. Und Unternehmen, die eine Cloud nutzen, haben sowieso kaum Einfluss auf die eingesetzten Server, Netzwerkkomponenten oder Datenbanken. Auch auf die Frage nach der der richtigen Anwendung für datengestützte Geschäfts- und Ertragsmodelle gibt es kaum eindeutige Antworten. Selbst KI-gestützten Algorithmen fehlen Alleinstellungsmerkmale, durch die sie sich grundlegend von anderen unterscheiden. Worauf es wirklich ankommt, ist die Zusammenführung und Integration hybrider und heterogener IT-Systeme sowie die Verbindung traditioneller IT und moderner Cloud-Technologien. Das bedeutet: je wichtiger digitale Technologien werden, umso unwichtiger werden einzelne Lösungen.

Dieses Paradoxon lässt sich nicht mithilfe von Technologie auflösen. Dafür braucht es eine unternehmensweite Strategie, in deren Mittelpunkt ein überlegenes und reibungsloses Kundenerlebnis steht.

Eine Strategie macht ein Stück Technik – einen Sensor, eine Netzwerkkomponente, selbst einen Algorithmus – zu einem Geschäftsmodell. Erst eine Strategie beantwortet die Frage nach dem passenden Geschäftsmodell oder der geeigneten Technologie.

Vernetzt und aufeinander abgestimmt

Damit diese Strategie funktioniert (und hier sind wir wieder bei der Technologie), muss ein Unternehmen sich auf ihre Umsetzung vorbereiten. Dazu gehören meiner Meinung nach eine durchgängige Digitalisierung und Vernetzung, die alle Prozesse und die gesamte Wertschöpfungskette des Unternehmens einschließt. Nur so wird ein Unternehmen in der Lage sein, die Datenqualität zu erreichen, die es für neue Geschäftsmodelle und detaillierte Einblicke in seine Prozesse braucht. Die meisten Unternehmen verfügen bereits über das für die Datenerfassung, -speicherung und -analyse wichtigste System: das ERP-System. Was ihnen häufig noch fehlt, ist die Fähigkeit, ihre Assets, Maschinen und Produkte durchgängig mit ihrer traditionellen IT zu verbinden, die nur in der Cloud beliebig skalierbar, hoch verfügbar und sicher ist. Nur wenn diese Konnektivität gegeben ist, lassen sich Daten aus der Produktion, dem Anlagenbetrieb und der tatsächlichen Nutzung der Produkte gewinnen.

Digitale Zwillinge, Edge Computing, IoT: Möglichkeiten für vernetzte Unternehmen

Der digitale Zwilling ist eines des augenfälligsten Beispiel für eine neue Technologie, die nur in einem digitalisierten Unternehmen funktioniert. Ein digitaler Zwilling ist das digitale Abbild eines Objekts und arbeitet genauso wie sein reales Gegenstück. Die Daten des digitalen Zwillings können beispielweise verwendet werden, um den Betrieb eines realen Objekts zu simulieren, Predictive-Maintenance-Zyklen festzulegen und Funktionen und Funktionserweiterungen unter realistischen Bedingungen zu testen. Er hilft Unternehmen beim Betrieb von Maschinen und Anlagen Zeit und Geld zu sparen und neue marktreife Produkte schnell und kostengünstig zu entwickeln.

Daten in der Cloud und am Edge

Digitale Zwillinge, vernetzte Produktionsanlagen und ERP-Systeme erzeugen entlang der Wertschöpfungskette riesige Datenmengen. Die Cloud bietet die Skalierbarkeit, Performance und Sicherheit, um diese Daten zu speichern und zu verarbeiten. Aber nicht immer ist eine solch komplizierte Speicherung und Verarbeitung möglich, sinnvoll oder nötig, etwa bei entfernten Produktionsanlagen und Stromgeneratoren oder Sensoren in schwer zugänglichen Gebäuden, die dennoch wertvolle Daten erzeugen.

Edge Computing – über Sensoren, Aktoren und Gateways – erlaubt es Unternehmen Daten vor Ort zu verarbeiten, ohne auf die Cloud oder ein großes Rechenzentrum zurückzugreifen. Um aber große Datenmengen zu analysieren und zu nutzen, ist eine temporäre Verbindung mit der Cloud unabdingbar. Edge- und Cloud-Computing sind keine Gegensätze. Sie sind zwei Seiten derselben Medaille: bei beidem geht es darum, aus Daten operative und strategische Entscheidungen abzuleiten.

Für welches Konzepten man sich auch entscheidet, es gibt einen klaren Verlierer: Reine On-Premise-Anwendungen und firmeneigene Rechenzentren mögen temporär aufgrund von gewachsenen Infrastrukturen und Legacy- und Nischenanwendungen ihre Berechtigung haben. Sie werden diese jedoch nach und nach verlieren. Doch selbst wenn mit jeder Modernisierungsstufe ihre Daseinsberechtigung bröckelt, werden Unternehmen noch eine Weile an ihnen festhalten. Daher sind auch im Zeitalter von Cloud und Edge Integratoren wichtig, die traditionelle und zukunftsorientierte IT verbinden.

Verbindung mit dem Business

All diese technischen und operativen Fragen ergeben sich aus der Geschäftsstrategie. Auch für uns als Anbieter von Integrations- und Cloud-Lösungen verändert sich das Geschäft dadurch grundlegend. Wir bieten nach wie vor traditionelle IT-Lösungen und Middleware an. Aber wir arbeiten immer stärker mit Business-Expertinnen und Experten zusammen, die sich kaum oder gar nicht für Technologie interessieren, dafür aber umso für den Business Case dahinter. Sie wollen keine komplizierten Datenblätter sehen. Ihnen geht es um Antworten auf ihre Fragen, schnelle Verfügbarkeit, intuitive Benutzeroberflächen und ein überlegenes, reibungsloses Kundenerlebnis.

Dies ist die neue, wirklich digitale Generation, die in den kommenden Jahren nicht nur Unternehmen, sondern auch unsere Welt verändern wird. Sowohl Anbieter als auch Anwenderunternehmen müssen sich dieser neuen Realität stellen. Im Schulterschluss zwischen Business und IT müssen sie die nächste Stufe der Digitalisierung erklimmen, sonst werden sie bald schon Geschichte sein.

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Der Mittelstand: Das Rückgrat der deutschen Wirtschaft und die treibende Kraft für die wirtschaftliche Erholung

Der Mittelstand: Das Rückgrat der deutschen Wirtschaft und die treibende Kraft für die wirtschaftliche Erholung

Die Wirtschaft befindet sich in einer Rezession: Für die globale Wirtschaftsleistung wird ein Rückgang um 8,5 Billionen Dollar über die nächsten zwei Jahre erwartet. Alle wichtigen Länder in der OECD verzeichneten im zweiten Quartal 2020 ein negatives BIP-Wachstum. In Deutschland hingegen zeichnet sich mit einem Minus von 9,7 Prozent ein weitaus geringerer Rückgang ab als in anderen europäischen Ländern.

Anzeichen für Resilienz und Erholung

In Deutschland müssen wir jetzt einen nachhaltigen und kräftigen Aufschwung anstreben, was mit Resilienz gegenüber jenen Schwachstellen erreicht werden kann, die die Pandemie aufgedeckt hat. Die Wirtschaft hat einen Schlag erlitten, aber die Unternehmen müssen proaktiv bleiben. Sie müssen neue Wege für ihre Geschäftsmodelle finden, in ihren täglichen Aktivitäten effizienter sein und international mit neuen Handelspartnern expandieren.

Der Mittelstand wird das Wachstum antreiben

Der deutsche Mittelstand hat sich als bemerkenswert widerstandsfähig erwiesen. Wenn die Wirtschaft sich schnell erholen sollte, wird es der Mittelstand sein, der diese Erholung treibt. Als Rückgrat der deutschen Wirtschaft sind die mittelständischen Unternehmen eher konservativ, nicht an der Börse notiert und werden für ihre präzise Ingenieurskunst und hohe Qualität geschätzt.

Mehr als die Hälfte der deutschen KMU (54 Prozent), die den Mittelstand ausmachen, halten neue Technologien für absolut notwendig, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Die Digitalisierung ist für 76 Prozent eine strategische Priorität. Ihre Situation ist ähnlich wie die der meisten Unternehmen weltweit.

Technologie ist die Grundlage für die Resilienz von Unternehmen. Investitionen in die digitale Transformation sind der Grund dafür, dass Unternehmen auch unter schwierigen Bedingungen leistungsfähig bleiben können. Nur so können Unternehmen schnell Entscheidungen treffen und die nötigen Veränderungen vornehmen. Es mag einfach aussehen, aber all das ist nur möglich, weil in der Wirtschaft kontinuierlich in Digitalisierung investiert wird.

Ein gutes Beispiel hierfür ist ADAMOS, ein Joint Venture zwischen Maschinenbauern und Software- und Serviceunternehmen. Unternehmen wie Dürr und DMG Mori haben in Technologie investiert, um ihre Roboter miteinander zu verbinden, Lösungen für die digitale Fertigung zu entwickeln, neue Geschäftsmodelle umzusetzen und einen Standard für die Fertigungsindustrie zu etablieren. Dadurch wurden sie zu digitalen Unternehmen, was ihre Resilienz stärkt und sie widerstandsfähiger gegen die pandemiebedingten Einschränkungen macht. Die aktuelle Situation ist besonders hart für Familienbetriebe, die die Sicherheit ihrer Belegschaft gegen die Notwendigkeit der Rückkehr zu einer normalen Produktion abwägen müssen. Die Bäckerei Göbecke in Leipzig setzt zum Beispiel eine Lösung ein, in der intelligente Badges für einen sicheren Abstand zwischen den Mitarbeitern sorgen: Ein akustisches Signal ertönt, wenn sich Kollegen über eine gewisse Zeit in zu engem Abstand zueinander befinden. Dies ist ein Beispiel, wie Technologie helfen kann, dass Mitarbeiter in eine sichere Arbeitsumgebung zurückkehren können.

Der digitale Eiserne Vorhang

Das Wachstum des Mittelstands wird grenzüberscheitenden Handel erfordern. Deshalb müssen die Unternehmen neue Partner auf der ganzen Welt finden. Der Digitalisierungsgrad wird für den schnellen Aufbau und die einfache Integration dieser neuen Beziehungen entscheidend sein. Es sind jedoch noch andere Kräfte am Werk, die dies zu einer Herausforderung machen.

Ein „Digitaler Eiserner Vorhang“ trennt die Welt. Durch konkurrierende geopolitische Ziele und Spannungen entstehen zwei Systeme, die zunehmend inkompatibel sind. Auf der einen Seite gibt es US-Sanktionen, die chinesische Unternehmen einschränken, die auf US-Mikrochips und Software angewiesen sind. Auf der anderen Seite steht China, das seine eigenen Systeme und Software entwickelt. Langsam aber sicher entsteht eine zweigeteilte Welt, die nicht mehr in der Lage sein wird, zusammenzuarbeiten. Unternehmen müssen daher entweder einen Weg finden, mit diesen verschiedenen Systemen zu arbeiten, oder sich zwischen ihnen entscheiden.

Der Aufschwung ist gefährdet, wenn man seine Produkte nur in eine Hälfte der Welt verkaufen kann. Digitale Unternehmen sind in der Tat am besten positioniert, um durch den „Digitalen Eisernen Vorhang“ zu gelangen, weil sie flexibler sind, wenn es um neue Technologien geht. Aus diesem Grund sind sie auch widerstandsfähiger gegenüber den Auswirkungen der Pandemie und der Rezession.

Die Regierung spielt eine wichtige Rolle für den Neustart

Die deutsche Regierung hat während der Krise schnell und entschlossen gehandelt, und damit das Ausmaß an Turbulenzen vermieden, die anderswo zu beobachten waren. Weiche Lockdowns und Konjunkturpakete halfen, die Menschen und Unternehmen zu unterstützen. Die jüngste Entscheidung, die Kurzarbeitsregelung bis 2021 zu verlängern, zeugt von einem anhaltenden Engagement zur Abwendung weiterer wirtschaftlicher Härten.

Die Unterstützung ist da, aber die Regierungen müssen nachlegen und die Unternehmen – entweder durch Richtlinien oder finanzielle Anreize – zu den richtigen Investitionen führen. Die Unternehmen ihrerseits müssen sich bewusst zu mehr digitalen Lösungen verpflichten. Dadurch wird sichergestellt, dass die vorhandene Unterstützung zu den bestmöglichen Ergebnissen führt.

Wenn Technologie die Grundlage für Veränderungen ist, können sich Unternehmen schnell weiterentwickeln. Sie können digitale Barrieren und eine schrumpfende Wirtschaft verhindern. Digitale Unternehmen sind in der Lage, Chancen zu erkennen und zu ergreifen, sobald sie sich bieten. Ein starker und nachhaltiger Aufschwung setzt voraus, dass dies mehr Unternehmen tun – vom deutschen Mittelstand bis zu allen Unternehmen weltweit. Das nächste Jahr wird eine weitere Bewährungsprobe für ihre Resilienz sein.

Hier lesen Sie, wie Unternehmen die Digitalisierung gemeistert haben

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Ungeheure Datenmengen? – Mit Streaming Analytics behalten Sie den Überblick

Ungeheure Datenmengen? – Mit Streaming Analytics behalten Sie den Überblick

Egal ob Unternehmen in ihren verschiedenen Fachbereichen unterschiedliche Transaktionssysteme nutzen oder sie sich mehr Transparenz in ihrer Lieferkette wünschen – leistungsfähige Streaming-Analytics-Lösungen ermöglichen es, wertvolle Erkenntnisse aus den eigenen Daten zu ziehen und unterstützen so bei der Umsetzung ihrer Digitalisierungsziele. Streaming Analytics ermöglicht es Unternehmen in Echtzeit Einblicke aus großen und sich schnell verändernden Datenmengen zu gewinnen und erlaubt die Vorhersage, was als nächstes passieren wird. Risiken und Chancen werden sofort erkannt, sodass die Firma optimal auf diese reagieren kann.

Nicht nur für IT-Profis
Mittlerweile ist selbst komplexe Software nicht mehr nur Sache von IT-Fachleuten, sondern bindet auch Mitarbeiter ohne Programmierkenntnisse ein. Durch übersichtliche Bedienungsoberflächen können beispielsweise Business Analysten die Tools von heute bedienen. Streaming Analytics steigert also die Effizienz von Prozessen – vor allem wenn die Lösung ohne Programmierung auf Seiten des Kunden auskommt. So erstellen auch Nicht-IT-Fachkräfte mithilfe einer übersichtlichen Benutzeroberfläche im leistungsfähigen Tool präzise Analyseszenarien. Durch grafisch dargestellte APIs gelingt eine schnelle Anwendungsentwicklung auch ohne Programmierkenntnisse. Der Einsatz von Lösungsbibliotheken zur Beschleunigung der Anwendungsbereitstellung ist immer verbreiteter und fördert die Entwicklung von individuellen Ansätzen für Unternehmen, um nach Bedarf schnell selbst die passenden Anwendungen entwickeln zu können.

Einsatz im echten Leben
Doch wie kommt Streaming Analytics nun tatsächlich zur Anwendung? Der Einzelhandel beispielsweise nutzt Streaming Analytics, um Echtzeitdaten zum Kaufverhalten des Kunden zu eruieren oder die Customer Journey zu optimieren. Letztendlich wird so das Kauferlebnis der Kunden für Marketer nachvollziehbar. In der Finanzbranche unterstützt Streaming Analytics dabei, den schnelllebigen Devisenmärkten immer einen Schritt voraus zu sein. Vermeintliche Betrugsfälle können außerdem leichter und effizienter aufgespürt werden. Vertriebskanäle eines Unternehmens nutzen Streaming Analytics, um eine größere Transparenz zu ermöglichen und bei der Produktsuche zu unterstützen.

Mit Streaming Analytics das ganze Potential der eigenen Daten ausschöpfen
Dank einer Streaming-Analytics-Technologie sind Unternehmen in der Lage, ihre Daten zu jeder Zeit im Blick zu halten und wie sie, sie optimieren können. Daher sind vor allem auch Echtzeit-Analysen entscheidend für Unternehmen, sodass sie aus der eigenen Datensammlung einen Mehrwert generieren und so einen maximalen Wettbewerbsvorteil erzielen.

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„Was das Internet für Informationen ist, ist die Blockchain für Transaktionen“

„Was das Internet für Informationen ist, ist die Blockchain für Transaktionen“

Interview mit Andrea Bürck, Head of Sales bei TYMLEZ

Frau Bürck, Sie arbeiten beim deutsch-niederländischen Blockchain-Start-up TYMLEZ und waren auch bei der diesjährigen InnovationTour dabei. Können Sie uns erklären, was TYMLEZ macht und wie Sie mit der Software AG zusammenarbeiten?

A. Bürck: Die TYMLEZ Solution Plattform nutzt Blockchain, eine der wichtigsten Digitalisierungstechnologien, um sie für Unternehmen nutzbar zu machen. Einzigartig bei TYMLEZ sind vor allem die stark vorkonfigurierte Plattform, mit der ein Kunde mühelos mit seinem ersten Projekt starten kann. Außerdem bietet TYMLEZ eine hohe Integration mit verschiedenen SAP-Services wie zum Beispiel der neuen Hochgeschwindigkeitsdatenbank SAP HANA.
Unsere Partnerschaft mit der Software AG beruht darauf, dass die beiden Trendthemen IoT und Blockchain immer mehr zusammenwachsen. Ein Beispiel ist Track and Trace: Bringt man an Produkte oder Güter Sensoren an, senden diese Daten, die mithilfe einer IoT-Plattform wie Cumulocity ausgewertet werden können. Diese Daten können mit TYMLEZ in der Blockchain abgelegt, dort sicher vor Manipulation gespeichert und von dort weiterverarbeitet werden. So kann der Hersteller der Güter in unserem Beispiel sicher sein, dass diese in den verschiedenen Bearbeitungsschritten nicht manipuliert worden sind, was sehr wichtig für die Qualitätssicherung ist.

Auf der InnovationTour haben Sie den Besuchern der Ausstellung mehrere Showcases mit TYMLEZ gezeigt, die die für viele noch immer abstrakte Blockchain-Technologie veranschaulichten. Können Sie ein Beispiel nennen?

A. Bürck: Gern! Einer unserer Showcases stammt aus dem Healthcare-Bereich: Das niederländische Unternehmen Nico.lab entwickelte auf Basis von TYMLEZ eine KI- und Blockchain-basierte Lösung für Krankenhäuser zur besonders schnellen Behandlung von Schlaganfallpatienten bei gleichzeitig höchster Datensicherheit. Die Kombination von KI und Blockchain unterstützt die Ärzte bei der Auswertung von Hirn-Scans und trägt dazu bei, das Risiko einer Verschlechterung der Folgen für die Patienten deutlich zu verringern.
Zeit und Sicherheit sind bei Schlaganfällen ein sehr bedeutender Faktor. Aus diesem Grund ist die Blockchain für medizinische Einsatzgebiete geradezu prädestiniert.

Welche Entwicklungsschritte sehen Sie in naher Zukunft für Ihre eigene Branche?

A. Bürck: Blockchain wird in Zukunft eine ebenso große Rolle spielen wie das Internet. Denn was das Internet für Informationen ist, ist die Blockchain für Transaktionen.
Allein, dass die Bundesregierung einen Blockchain-Hub ins Leben rief spricht für sich: Der Einsatz der Blockchain ist im Grunde überall in solchen Bereichen denkbar, in denen es auf Transparenz für die Beteiligten einer Lieferkette oder eines Workflows ankommt, auf hohe Geschwindigkeit und größte Sicherheit in der Datenverarbeitung. Ich bin sicher, wir werden in naher Zukunft Blockchain in Bereichen wie der Verwaltung, in der medizinischen Versorgung oder auch beim Thema Digital Passport sehen. Da unterschiedliche Blockchains sich zunehmend miteinander verweben, wird diese Technologie ein ähnliches Netzwerk bilden wie das Internet.

Vielen Dank, Frau Bürck, für Ihre Zeit und die Hintergründe zur Zukunftstechnologie Blockchain!

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