Das Damengambit des IoT

Das Damengambit des IoT

Ich weiß nicht, wie es Ihnen geht, aber ich habe einige ältere Kinder. Meine Einladung, sich gemeinsam an den Tisch zu setzen und zu reden, funktioniert normalerweise nicht besonders gut. Etwas gemeinsam zu tun, das sie mögen, und in dem Moment des „Tuns“ zu sein, kann jedoch oft die Tür zum Reden öffnen.

Und dank der Miniserie „Das Damengambit“ spielen meine Kinder jetzt am liebsten Schach. Während ich also mit meinen Kindern Schach spielte und eine Unterhaltung führte, die ich normalerweise nicht mit ihnen führen würde, kam mir der Gedanke, dass IoT-Projekte ein bisschen wie Schachspiele sind. Im Internet der Dinge, genau wie beim Schach, muss die Eröffnungsstrategie wohlüberlegt sein, um zum Erfolg zu kommen. Wie beim Damengambit, einem Zug aus dem Schach, muss man manchmal etwas opfern, um das Spiel zu gewinnen.

Das Damengambit ist einer der ältesten Eröffnungszüge im Schach und wird immer noch häufig gespielt. Es wird Gambit genannt, weil es ein Opfer erfordert, um eine bessere Kontrolle über die Mitte des Brettes zu erlangen.

Und wie passt das zum IoT? Das Gambit liegt darin, wie Sie vorankommen. Wenn Industrieunternehmen ihre IIoT-Strategien und -Ansätze entwickeln, will der Vorstand wissen:

  • Wie schnell sollte man sich bewegen?
  • Wie lang ist das Handlungsfenster offen?
  • Haben Sie noch fünf Jahre Zeit, um auf eine neue Technologie und einen neuen Plan für die IIoT-Welt umzustellen? Zwei Jahre? Oder nur sechs Monate?

Die Paradoxien des IoT

Es gibt zwei Paradoxa, die es schwer machen, diese Fragen zu beantworten.

Erstens: das digitale Paradoxon. Während Unternehmen mit überwältigender Mehrheit sagen, dass die digitale Transformation – im Allgemeinen und IIoT im Besonderen – entscheidend für das Überleben des Unternehmens ist, sagt zumindest eine Umfrage, dass sie noch nicht stattfindet. Eine aktuelle Umfrage von Bain & Company unter 627 Führungskräften (mehr als die Hälfte davon in der Industrie) zeigt, dass die IIoT-Einführung deutlich langsamer verläuft als noch 2016 vorhergesagt.

Die Gründe werden Ihnen bekannt vorkommen:

  • Hohe Kosten für die Implementierung
  • Die Notwendigkeit erheblicher struktureller Änderungen

Die Hersteller erkennen, dass sie, um ihren lange gehegten Traum einer engeren Verbindung mit den Endverbrauchern ihrer Produkte zu verwirklichen, jeden Aspekt ihres Geschäfts verändern müssen – von Kundenbeziehungen, Produktdesign, Lieferkette, Gewinn und Verlust bis hin zu Servicemodellen. Hinzu kommt eine schwindelerregende Auswahl an Technologien, die zur Angst vor dem Scheitern führen kann.

Während also die kurzfristigen Prognosen nicht ganz so rosig sind, sind die langfristigen Erwartungen an das IIoT insgesamt immer noch hoch. Warum? Angesichts der Fortschritte in der Sensortechnologie, der 5G-Konnektivität, dem Edge Computing und der Analytik gibt es kaum Zweifel am Potenzial der Technologie, Komplexität erheblich zu reduzieren und die Effizienz bei der Einführung zu verbessern.

Das zweite ist das Sicherheitsparadoxon. Seit Jahren sind die größten Bedenken in Bezug auf das IIoT die Sicherheit und die Integration. Ursprünglich dachte man, dass diese Bedenken im Laufe der Jahre verschwinden würden, aber das Gegenteil ist der Fall. Mit zunehmender technologischer Reife der Unternehmen nehmen die Bedenken hinsichtlich Sicherheit und Integration sogar zu – die Herausforderungen wachsen also weiter.

Kommen wir zurück zu unserem Damengambit: Um ein Paradoxon zu lösen und Fuß zu fassen, muss ein Opfer gebracht werden. Aber welches Gambit soll man spielen? Welches Opfer soll man bringen?

IoT-Produzent oder Konsument?

Um das herauszufinden, müssen Sie sich die folgende Frage stellen:

„Bin ich ein Produzent oder ein Konsument eines ‚Dinges‘?“

Warum eigentlich?

Produzenten sehen die Welt durch die Linse ihres Produkts. Als Produzent müssen Sie sich um die Qualität Ihres smarten Produkts, seine Relevanz, Zuverlässigkeit und Benutzerfreundlichkeit sowie um das Benutzererlebnis im Allgemeinen kümmern. Kurz gesagt, Ihre Eröffnungsstrategie sollte sich auf die direkten Fähigkeiten des Dings konzentrieren. Gerätekonnektivität und -management, einschließlich Sicherheit, sollten im Mittelpunkt Ihrer Eröffnungsstrategie stehen.

Das Opfer? Zu Beginn Ihres Projekts verpassen Sie möglicherweise andere Möglichkeiten, die eine starke Integrationsstrategie bieten kann. Sobald das Gerät Daten liefert, können Sie sich um die Verwaltung der Daten in all ihren Aspekten kümmern – und diese Daten nutzen, indem Sie Lösungen und Integrationen für Ihr Produkt bereitstellen.

Für Konsumenten hingegen ist der Nutzen der Dinge nur indirekt relevant. Die Verbraucher interessieren sich für das Ergebnis von Geschäftsprozessen. Smarte Sensoren und Dinge sind dafür da, um das Ergebnis Ihres Geschäftsprozesses zu beeinflussen.

Wenn Sie beispielsweise sicherstellen wollen, dass Pakete pünktlich an die Haustür geliefert werden, könnten Sie Drittanbieter aus der Logistikbranche ins Boot holen, um die Pakete mit Trackern zu versehen. Aus Sicht des Verbrauchers liegt der Fokus also darauf, eine Strategie zu entwickeln, die zuerst die IT-Seite – das Geschäftsmodell, die Unternehmensintegration und das Prozessmanagement – löst, bevor man sich mit dem Gerät selbst beschäftigt.

Schließlich müssen Sie als Verbraucher wahrscheinlich mehrere Geräte von verschiedenen Anbietern integrieren, und Sie werden zu so etwas wie einem Flottenmanager. Wenn Sie Ihren ersten Schritt falsch setzen, werden Sie Schwierigkeiten haben, die Kontrolle über all diese Geräte und die Plattformen der verschiedenen Hersteller zu behalten und diese zu orchestrieren.

Proof of Concept: Zugzwang im IIoT vermeiden

Das Gambit? Sie könnten Ihre Gerätefähigkeiten kurzfristig vernachlässigen, aber wie bei einer Schachpartie gibt es viele Wege zum Erfolg, solange Sie nicht Ihre wichtigsten Figuren opfern. Es braucht wahrscheinlich nur mehr Züge.

Was auch immer Sie tun, versuchen Sie Zugzwang zu vermeiden. Zugzwang bedeutet, einen Zug machen zu müssen, der die Qualität Ihrer Stellung verringert. Stellen Sie daher sicher, dass Ihre Organisation einige Ihrer Eröffnungszüge durch Proofs of Concept analysiert, wenn Sie das IoT-Spiel wirklich beginnen.

Genießen Sie das Spiel … Sie sind am Zug.

5 IoT-Praxisbeispiele für erfolgreiche digitale Innovationen

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Die energieflexible Fabrik der Zukunft

Die energieflexible Fabrik der Zukunft

Wie können Industriebetriebe nicht nur energieeffizient produzieren, sondern auch zur Stabilität eines Stromnetzes mit erneuerbaren Energien beitragen? Antworten fand das Forschungsprojekt PHI-Factory. Die Software AG entwickelte dafür eine Echtzeitplattform, basierend auf der Analyse von Sensordatenströmen mit APAMA.

In Deutschland vollzieht sich ein Wandel in der Energieversorgung. Die Anzahl der konventionellen Großkraftwerke nimmt ab. Gleichzeitig steigt der Anteil der Erzeuger regenerativer Energien sowie der Anlagen der Kraft-Wärme-Kopplung mit dezentralem Standort. Für einen stabilen Betrieb der elektrischen Netze mit den Zielen hoher Versorgungszuverlässigkeit und -qualität hinsichtlich Spannung und Frequenz werden durch die Netzbetreiber fortlaufend Systemdienstleistungen wie Regelleistung, Blindleistung und Kurzschlussleistung angefordert.

Im Dezember 2016 startete das vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie geförderte Forschungsprojekt PHI-Factory. Die Leitidee war es, eine digitalisierte und energieflexible Fabrik der Zukunft zu konzipieren und zu demonstrieren, dass eine Fabrik als aktives Regelelement zeitgleich Energiekosten einsparen und Systemdienstleistungen für das öffentliche Energieversorgungsnetz bereitstellen kann. Das Forschungskonsortium bestand aus einem Zusammenschluss von Forschungsinstituten aus Maschinenbau, Mechatronik, Elektrotechnik und ausgewählten Industriepartnern, die sowohl an Entwicklungsaufgaben als auch als Anwender der Forschungsergebnisse beteiligt waren. Die entwickelten Lösungen wurden in der ETA-Forschungsfabrik am Campus Lichtwiese der TU Darmstadt integriert und experimentell erprobt – und das mit großem Erfolg. Die ETA-Fabrik wurde zur vollständig digitalisierten, energieflexiblen Modellfabrik ausgebaut.

 

 

Schlanke Echtzeitplattform für Big Data

Durch die umfangreiche Datenerfassung im Kontext einer flexiblen elektrischen Fabriknetzführung war die Erforschung und Entwicklung neuer Big Data-Verfahren erforderlich. Hier kam die Software AG ins Spiel. Unter der Leitung ihres Projektmanagers Dr. Dietmar Gärtner entwickelte sie als eine der Kerninnovationen des Projekts eine Big Data-Plattform mit Anbindung an die Datenquellen sowie Datenauswertung und Regelung in Echtzeit. Externe Softwaresysteme wie Energiemonitoring, Prognosemodelle und Produktionsplanung werden über geeignete Schnittstellen in die Plattform integriert und berechnete Stellgrößen an die Steuerungen der Maschinen und Anlagen übertragen. Die Plattform erfüllt State-of-the-art-Anforderungen:

  • Effizienz
  • Skalierbarkeit
  • Sicherheit
  • Wartbarkeit
  • niedrige Kosten

Eine zentrale Rolle nahm dabei APAMA ein, das in der Abschlussveranstaltung des Forschungsprojekts seine „Glanzstunde“ hatte. Dort wurde die laufende Ermittlung von Lastprognosen anhand einer Werkzeugmaschine in der Modellfabrik demonstriert. Lastprognosen treffen Aussagen über den zukünftigen Energiebedarf. Ein von den Projektpartnern der TU Darmstadt in Python entwickeltes Prognosemodell, das über die Plattform in APAMA eingebunden war, wurde im Sekundentakt mit aktuellen Daten versorgt, um den Energiebedarf mit einem kurzzeitigen Horizont für die nächsten 100 Sekunden vorherzusagen. Die Lastprognose wurde dann direkt an das Energiemanagementsystem EnEffCo® des Konsortialpartners Ökotec übertragen und dort in einem Dashboard visualisiert.

In einem zweiten Anwendungsfall, der ebenfalls auf der Echtzeitplattform der Software AG basierte, wurde eine Blindleistungsreglung für die ETA-Fabrik demonstriert. Erfolgt ein Blindleistungsabruf durch den Netzbetreiber, wird dieses über die Plattform als Ereignis an APAMA signalisiert, das einen ebenfalls in Python implementierten Blindleistungsregler mit den aktuellen Ist- und Sollwerten aufruft. Der Regler ermittelt daraus den Stellwert und gibt ihn an APAMA zurück, das diesen in dem OPC UA Server der entsprechenden Steuerung aktualisiert, damit die Leistungselektronik die Blindleistung dem Stellwert entsprechend regelt. Das “Einschwingen” der Bildleistung auf den neuen Sollwert wurde ebenfalls in einem Dashboard visualisiert.

 

 

Monitoring von Energie- und Prozessdaten in der Modellfabrik

Die Bilanz von PHI-Factory nach dreieinhalb Jahren Forschungsarbeit kann sich sehen lassen:  Mit Hilfe des vollständigen Monitorings von Energie- und Prozessdaten können zukünftige Energieflüsse antizipiert und der elektrische Lastgang in Abhängigkeit von Wetter- und Marktdaten angepasst werden. Dabei wurden u.a. Methoden aus dem Bereich des maschinellen Lernens für industrielle Energiesysteme eingesetzt und eine künstliche Intelligenz entwickelt, die selbstständig ein optimiertes Betriebsverhalten erlernt. Zudem setzte das Konsortium einen hoch effizienten, hybriden Energiespeicher, bestehend aus einem Schwungmassenspeicher und Lithium-Ionen-Batterie, ein und erprobte ihn. Der Speicher integriert die Ladestrategien für die werksgebundene E-Mobilität. Die Fabrik kann somit in Zeiten mit geringer Einspeisung aus erneuerbaren Energien bis zu zwei Stunden autark betrieben werden. Bis zu 100 Prozent der elektrischen Fabriklast lässt sich so flexibilisieren und um mehrere Stunden verschieben. So kann der Netzbezug auf besonders günstige Zeiten mit hoher Verfügbarkeit erneuerbarer Energien verschoben werden.

Künftige Forschungen

Wichtige Ergebnisse aus dem Projekt, speziell im Hinblick auf den Beitrag der Software AG, waren die Erkenntnisse, dass bei der Erhebung und Verarbeitung von großen Datenmengen eine möglichst frühe Vorselektion der für den jeweiligen Zweck tatsächlich notwendigen Daten erfolgen sollte (Edge Computing). Außerdem zeigte sich, dass die Echtzeitverarbeitung auf den Datenströmen hier große Vorteile bringt. Auch die Verwaltung der Datenquellen, die in PHI-Factory teilweise manuell erfolgte, bedarf stärkerer Automatisierung. Der Einsatz von Methoden der künstlichen Intelligenz hat sich für die betrachteten Anwendungsfälle als sehr vorteilhaft erwiesen. Diese Erkenntnisse werden in einem Nachfolgeprojekt “KI4ETA” verwertet und weiter erforscht. Die Software AG beteiligt sich an diesem Nachfolgeprojekt und bringt dafür ihre Expertise und ihre Technologien Cumulocity Cloud und Edge sowie APAMA mit ein.

 

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10 Tipps für Ihr Internet of Things

10 Tipps für Ihr Internet of Things

Das Internet of Things (IoT) ist in aller Munde. Egal ob Einzelhandel oder Maschinenbau – fast alle Branchen haben mittlerweile tragfähige Use Cases entwickelt und ausgerollt.

Es gibt immer mehr Best Practices, wie man Abläufe optimieren kann. Wenn auch Ihr Unternehmen über die Einführung einer IoT-Lösung nachdenkt, haben wir zehn praktische Tipps für Sie:

  1. Groß denken, aber klein anfangen

Beginnen Sie ein IoT-Projekt im kleinen Rahmen und wachsen Sie von dort aus. Wählen Sie ein Projekt mit einem konkreten Unternehmensziel, das einen echten und unmittelbaren geschäftlichen Nutzen aufweist.

  1. Erstellen Sie einen Business Case

Denken Sie über IoT in Bezug auf den praktischen Nutzen für Ihr Geschäft und die langfristige Produktstrategie nach. Was versuchen Sie zu erreichen? Werden Sie die Anlageneffizienz verbessern, Kunden in Echtzeit bedienen oder innovative Produkte als Dienstleistungen einführen?

  1. Integration ist alles

Vermeiden Sie Silos! Planen Sie die Integration Ihrer IoT-Daten mit den entsprechenden IT-Systemen, wie CRM- und ERP-System. Wenn Sie in diesen Systemen IoT-Daten in Zusammenhang mit anderen Geschäftsdaten bringen, können Sie bessere Entscheidungen treffen.

  1. IoT für jedermann

Sowohl IT-Spezialisten als auch „normale“ Mitarbeiter müssen in der Lage sein, die Prozesse und Effizienz Ihres Unternehmens mit Hilfe des IoT zu verbessern. Suchen Sie nach Lösungen mit Benutzeroberflächen, die es den Fachabteilungen ermöglichen, selbst das Beste aus Ihren IoT-Investitionen zu machen.

  1. Planen Sie Sicherheit von Anfang an mit ein

Keine Chance für Hacker und Datenpannen! Stellen Sie sicher, dass Ihre IoT-Daten von Anfang bis Ende geschützt sind. Sichern Sie Ihre Geräte z. B. mit rollenbasierten Zugriffsrechten.

  1. IoT überall aufbauen

Sie wissen nie, wo das IoT in Zukunft einmal benötigt werden könnte. Entwerfen Sie Ihre Lösung so, dass sie überall funktioniert: Vor Ort, in der Cloud und sogar an Orten, an denen Ressourcen (Stromversorgung?) begrenzt sind.

  1. Offen bleiben

Um mit IoT erfolgreich zu sein, müssen Sie in der Lage sein, „Dinge“ schnell miteinander zu verbinden. Vermeiden Sie also Plattformen, die Sie an eine bestimmte Cloud-Infrastruktur, Bereitstellungsoptionen, proprietäre Standards und/oder Hardware binden.

  1. IoT einfach machen

Konzentrieren Sie sich weniger auf das Ausrollen des IoT und mehr auf die Innovation für Prozesse und Produkt. Erwägen Sie die Verwendung einer IoT-Plattform, die mit gebrauchsfertiger Geräteverwaltung, Anwendungsaktivierung, Integration und Analyse ausgestattet ist.

  1. Analytics sind der Schlüssel zum Erfolg des IoT

Was nützen Ihnen IoT-Daten, wenn man sie nicht analysieren kann? Planen Sie den Einsatz von Analysen, um schnelle und fundierte Entscheidungen zu treffen. Wenn Sie beispielsweise Streaming-Analysen nutzen, können Sie einen Prozess in Echtzeit verbessern, Kunden auf der Grundlage ihres Echtzeitverhaltens passende Angebote unterbreiten oder Wartungen einplanen, bevor ein Schaden eintritt.

  1. Starten Sie nicht allein ins IoT

Wählen Sie einen Plattformanbieter, der Verbindungen hat. Profitieren Sie von einem System mit Partnern und Experten, die Ihnen bei jedem Schritt der Entwicklung zur Seite stehen und neue Anwendungsfälle finden, den Proof of Concept erstellen oder bei der Verwaltung der IoT-Lösungen unterstützen.

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 On Demand: 5 IoT-Praxisbeispiele für erfolgreiche digitale Innovationen 

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Software AG unterstützt internationale Nachhaltigkeitsziele

Software AG unterstützt internationale Nachhaltigkeitsziele

Die 17 „Sustainable Development Goals“ (SDGs) geben eine Agenda vor im weltweiten Kampf gegen Missstände wie Hunger und Armut. Das Research-Team der Software AG unterstützt diese Ziele.

Software AG Research treibt und koordiniert alle öffentlich finanzierten Forschungsaktivitäten unseres Unternehmens. Das Team führt Forschungsarbeiten durch, die es uns ermöglichen, innovative Ideen und Technologien für Produkte umfassend zu evaluieren, damit sich unsere Kunden den zukünftigen Herausforderungen stellen können. Dabei werden die Kolleginnen und Kollegen von Research immer wieder mit den gesellschaftlichen Herausforderungen unserer Zeit konfrontiert. Ganz konkret hat sich bei einigen Forschungsprojekten herauskristallisiert, dass die zu erarbeitenden Innovationen neue Optionen für die Umsetzung nachhaltiger Ziele bedeuten können.

Eine spannende Frage begleitet also das Forscherteam:

“Kann ich mit meinem Projekt bzw. mit meinem Konsortium aus Universitäten, Forschungsinstituten, Privatunternehmen, Behörden und Verbänden einen Beitrag zur Umsetzung der Sustainable Development Goals leisten? Und welche spezifischen und praktisch umsetzbaren Unterziele passen nun genau zu meinem Forschungsvorhaben?”

Um es gleich vorwegzunehmen: Die Antwort auf diese Frage ist eine umfangreiche Tabelle, in der elf Projekte insgesamt 16 Unterzielen zugeordnet werden konnten. Eine motivierende Zahl. Lassen Sie uns beispielhaft einen Blick auf vier ausgewählte Forschungsprojekte mit der Einordnung in ein oder mehrere nachhaltige Ziele werfen.

 

Sustainable Development Goal # 3:

Ein gesundes Leben für alle Menschen jeden Alters gewährleisten und ihr Wohlergehen fördern

Dieses Ziel verfolgen wir mit dem Projekt SAUBER. Das vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur geförderte Projekt baut eine Informationsplattform für eine nachhaltige Stadt- und Regionalentwicklung auf. Dabei werden die Daten und Services des Raumfahrtprogramms Copernicus erschlossen und in digitale Dienste überführt. SAUBER wird nicht nur einen flächendeckenden und detaillierten Überblick über die aktuelle Lage, sondern – dank des Einsatzes Künstlicher Intelligenz – auch Prognosen und Simulationen der zukünftigen Luftqualität bieten.

Neben ihrer Rolle als Konsortialführer entwickelt die Software AG in dem Projekt die SAUBER-Plattform, eine zentrale Infrastruktur für Geodaten. Dort werden alle relevanten Daten eingespielt und – sofern für Dritte geeignet – als Open Data zur Verfügung gestellt. Außerdem werden auf der Plattform die im Projekt entwickelten bzw. adaptierten Algorithmen der Künstlichen Intelligenz angebunden und den ebenfalls auf der Plattform integrierten SAUBER-Diensten bereitgestellt. Für die Realisierung der SAUBER-Plattform greift die Software AG auf Universal Messaging und Mashzone NG zurück.

Mit SAUBER trägt die Software AG dazu bei, das Unterziel 3. 9 zu erreichen, nämlich bis 2030 die Zahl der Todesfälle und Erkrankungen aufgrund gefährlicher Chemikalien und der Verschmutzung und Verunreinigung von Luft, Wasser und Boden erheblich zu verringern.

Und nicht nur das. SAUBER leistet darüber hinaus auch einen Beitrag zum Sustainable Development Goal # 13, in dem es darum geht, umgehend Maßnahmen zur Bekämpfung des Klimawandels und seiner Auswirkungen zu ergreifen.  Das Unterziel 13.3 benennt die Nachhaltigkeit von SAUBER präziser: Die Aufklärung und Sensibilisierung sowie die personellen und institutionellen Kapazitäten im Bereich der Abschwächung des Klimawandels, der Klimaanpassung, der Reduzierung der Klimaauswirkungen sowie der Frühwarnung verbessern.

 

Sustainable Development Goal # 7:

Zugang zu bezahlbarer, verlässlicher, nachhaltiger und zeitgemäßer Energie für alle sichern

Mit PHI-Factory, enera und SynErgie  forscht die Software AG in mehreren Projekten, in denen erneuerbare Energie im Fokus steht. Lasst Sie uns aber ein viertes Projekt herausgreifen: DESPRIMA, vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie gefördert, will es Getränkeabfüllern ermöglichen, ihren Stromverbrauch dem schwankenden Stromangebot flexibel anzupassen und damit ihre Stromkosten zu reduzieren. Ist das Stromangebot groß – z.B. an besonders sonnigen oder windigen Tagen – und der Strompreis damit niedrig, erhöhen die Abfüller ihre Stromnachfrage, indem sie die Produktion hochfahren bzw. energieintensive Prozesse vorziehen. Ist das Stromangebot  dagegen niedrig – der Strompreis also hoch – handeln sie gerade umgekehrt. Durch diese flexible Anpassung sparen die Getränkeabfüller nicht nur Geld, sondern tragen auch zur Stabilität der Stromnetze bei. Die Aufgabe der Software AG in DESPRIMA ist die Konzeption, Entwicklung und mithilfe von Cumulocity IoT prototypische Realisierung der Middleware.

DESPRIMA trägt dazu bei, die Unterziele 7.2. und 7.3 zu erreichen, nämlich bis 2030 den Anteil erneuerbarer Energie am globalen Energiemix deutlich zu erhöhen und die weltweite Steigerungsrate der Energieeffizienz zu verdoppeln.

 

Sustainable Development Goal # 8:

Dauerhaftes, inklusives und nachhaltiges Wirtschaftswachstum, produktive Vollbeschäftigung und menschenwürdige Arbeit für alle fördern

sustAGE ist ein von der EU gefördertes Projekt. Darin geht es um die Entwicklung eines personenzentrierten, digitalen Empfehlungssystems, das die kognitive, emotionale und körperliche Leistungsfähigkeit älterer Arbeitnehmer steigern soll. Dazu entwickelt ein internationales Konsortium aus Ingenieuren, Softwareentwicklern und Psychologen gerade ein intelligentes System, das auf Basis von Herzfrequenzmessungen oder Sprachanalysen personenzentrierte Rückmeldungen zur aktuellen Arbeitsbelastung gibt und gesundheitsförderliche Empfehlungen ausspricht. Die Software AG bringt in das Projekt ihre Expertise in der Anwendungs- und Lösungsentwicklung sowie in der Streaming-Analyse ein, um den sustAGE-Prototypen zu entwerfen. Mit Apama, Zementis, Cumulocity und Universal Messaging stellt die Software AG Technologien für Echtzeit- und prädiktive Analysen zur Verfügung.  Bei den SDGs kann sich das Projekt gleich auf drei Teilziele beziehen:

2: eine höhere wirtschaftliche Produktivität durch Diversifizierung, technologische Modernisierung und Innovation erreichen, einschließlich durch Konzentration auf mit hoher Wertschöpfung verbundene und arbeitsintensive Sektoren.

4: die weltweite Ressourceneffizienz in Konsum und Produktion Schritt für Schritt verbessern und die Entkopplung von Wirtschaftswachstum und Umweltzerstörung anstreben, im Einklang mit dem Zehnjahres-Programmrahmen für nachhaltige Konsum- und Produktionsmuster, wobei die entwickelten Länder die Führung übernehmen

5: produktive Vollbeschäftigung und menschenwürdige Arbeit für alle Frauen und Männer, einschließlich junger Menschen und Menschen mit Behinderungen, sowie gleiches Entgelt für gleichwertige Arbeit erreichen.

 

Sustainable Development Goal # 12:

Für nachhaltige Konsum- und Produktionsmuster sorgen

Kürzlich ist das von Bundesministerium für Wirtschaft und Energie geförderte Projekt REIF gestartet. Es will Lebensmittelverschwendung entlang der Lebensmittelkette verringern. Mithilfe Künstlicher Intelligenz sollen Stellschrauben zur Reduzierung der Lebensmittelverschwendung bei der Molke-, Fleisch- und Backwarenproduktion erkannt werden. Denn diese Lebensmittel sind schnell verderblich und verursachen viel Lebensmittelabfall. In REIF verantwortet die Software AG die Entwicklung und den Aufbau der REIF-Plattform, die als Datendrehscheibe fungiert. Auf ihr laufen die Daten aus der Wertschöpfungskette zusammen. Sie werden über die Plattform den KI-Algorithmen sowie den auf ihnen basierenden Diensten bereitgestellt. Die Dienste und KI-Algorithmen können dann auf der Plattform bezogen werden, die dafür einen generischen Marktplatz bietet. Dafür wird die Software AG insbesondere auf Cumulocity IoT (z.B. zur Anbindung von Sensorik, Maschinen und Anlagen) sowie webMethods (z.B. zur Realisierung des generischen Marktplatzes) zurückgreifen.

Mit REIF unterstützt die Software AG das Teilziel 12.3, in dem es darum geht, bis 2030 die weltweite Nahrungsmittelverschwendung pro Kopf auf Einzelhandels- und Verbraucherebene zu halbieren und die entlang der Produktions- und Lieferkette entstehenden Nahrungsmittelverluste einschließlich Nachernteverlusten zu verringern.

Übrigens gilt die Agenda gleichermaßen für Industrie-, Schwellen- und Entwicklungsländer. Im Gegensatz zu ihren Vorläufern, den Millenniumszielen, rufen die SDGs ausdrücklich alle Unternehmen auf, ihre Kreativität und ihr Innovationspotenzial zu nutzen, um die Herausforderungen einer nachhaltigen Entwicklung zu meistern. Zwar haben sich alle Regierungen auf die SDGs geeinigt, doch wird der Erfolg bei der Umsetzung maßgeblich vom Handeln und der Zusammenarbeit aller Akteure abhängen. Ein enormer Ansporn für das Forscherteam der Software AG.

 

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An die Kunden der Software AG

An die Kunden der Software AG

Die Corona-Pandemie hat zu beispiellosen Verwerfungen und Verunsicherungen in allen Bereichen der Gesellschaft und der Wirtschaft geführt. In Zeiten wie diesen ist es ermutigend zu sehen, dass Menschen solidarisch zusammenstehen, um die Krise zu bewältigen und ihre Auswirkungen auf Menschen und Unternehmen zu begrenzen. Ich bin stolz darauf, Teil der globalen Tech-Community zu sein und fühle mich gestärkt durch das Engagement und die Entschlossenheit, mit der die gesamte Branche auf die Krise reagiert. Das ist „Business-as-unusual”.

 

Unsere Mitarbeiter sind die Lebensader der Software AG. Ihre Sicherheit und Gesundheit hat oberste Priorität. Als vorbeugende Maßnahme haben wir unsere Belegschaft deshalb gebeten, wenn möglich von zu Hause aus zu arbeiten. Ich bin unglaublich stolz darauf, wie schnell und rational mein Führungsteam diese Herausforderungen annimmt.

 

Für unsere Kunden ist die Verfügbarkeit ihrer digitalen Infrastruktur unabdingbar, um die Kontinuität ihrer geschäftskritischen Anwendungen zu gewährleisten. Um diese Anforderungen zu erfüllen, haben wir ein Business-Continuity-Management-System eingeführt. Ausgezeichnet ausgebildete Notfallteams stehen bereit, um in Krisensituationen sicherzustellen, dass wir unsere Support-Services aufrechterhalten können. Unser Business-Continuity-Plan beinhaltet auch einen Pandemieplan, der es uns ermöglicht, auf Ereignisse wie die Corona-Pandemie angemessen zu reagieren und zur Normalität zurückzukehren.

 

Die Software AG verfügt über Standorte und Mitarbeiter auf der ganzen Welt und kann daher –sollte an einem Standort sehr viel Personal ausfallen – die Auswirkungen abfedern. Unsere Teams verfügen über die notwendige Infrastruktur, um remote zu arbeiten und werden alle Arbeiten erledigen, die für den Support unserer Kunden erforderlich sind. Ich versichere Ihnen: Wir werden unseren Betrieb weltweit aufrechterhalten.

 

Wir beobachten die Entwicklung genauestens und werden alle Maßnahmen ergreifen, die erforderlich sind, um die die Gesundheit und die Sicherheit unserer Mitarbeiter und die Geschäftskontinuität für unsere Kunden sicherzustellen.

 

Bleiben Sie gesund!

 

Sanjay Brahmawar
Vorstandsvorsitzender
Software AG

 

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Umhüllt von Datenströmen und zartem Kakaoduft

Umhüllt von Datenströmen und zartem Kakaoduft

Im Rahmen des Forschungsprojekts EVAREST durfte ich die Schokoladenfabrik Lindt in Aachen besichtigen.

Tak, tak, tak, tak. Die Verpackungsmaschine in der Schokoladenfabrik rattert unermüdlich und  schafft 550 Tafeln in der Minute. So schnell kann ich gar nicht gucken. Zuerst wird die Tafel in hauchdünne Alufolie verpackt und dann mit dem bedruckten Karton umwickelt.  „Lindt Excellence 70% Cacao“ steht auf der Verpackung. Ab und zu fällt eine Tafel Schokolade in einen Korb. Fehler, aber der ist so unauffällig, dass ich erst mal nachfragen muss, warum die Tafel nicht weiter den Weg in den Karton findet. „Nicht korrekt gefaltet“, stillt der Werksarbeiter meine Neugierde. Bei Lindt herrschen hohe Qualitätsstandards. Bei der kleinsten Abweichung von der Norm wird aussortiert und gegebenenfalls nochmal eingeschmolzen.

Ich stehe mitten im einzigen deutschen Werk von Lindt, bewundere die hochmodernen Produktionsanlagen und nehme den zarten Kakaoduft wahr, der unaufdringlich in der Luft liegt. Manch einer beneidet mich um meine Mitwirkung im Forschungsprojekt EVAREST. Anlässlich des ersten Konsortialmeetings hat uns der Anwendungspartner Lindt zur Werksbesichtigung eingeladen. Der Besuch der Produktionshallen soll den Projektpartnern dabei helfen, bei aller „Datentheorie“ ein Gespür für den Anwendungsfall zu entwickeln.

Die Lindt & Sprüngli AG ist ein international tätiger Schweizer Schokoladenhersteller mit Sitz in Kilchberg (ZH) in der Schweiz. Die Gründung geht auf das Jahr 1898 zurück. 14.570 Mitarbeiter zählte die Unternehmensgruppe im Jahr 2018, die weltweit einen Umsatz von 4 313,2 Mrd. Schweizer Franken erwirtschaftet. Neben einer Vielzahl verschiedenster Tafelschokoladen stellt sie auch Pralinen her.  Dazu kommen saisonale Produkte wie Weihnachtsmänner oder Osterartikel.  Insgesamt wurden 2018 2.523 unterschiedliche Produkte produziert. Lindt ist in Deutschland mit einem sehr breit aufgestellten Schokoladensortiment auf dem Markt. Deutschland ist das Heim des Goldhasen und der gesamten Hohlfigurenproduktion für die Lindt & Sprüngli Gruppe.

Worum geht es bei dem vom BMWi geförderten Projekt EVAREST? In der Lebensmittelproduktion fallen massenhaft Daten an. Auf der Kakaoplantage, beim Transport und in den Fabrikhallen zählen, messen und sammeln Maschinen und Anlagen alle möglichen Werte. Von der Qualität der Rohware, über die saisonale Verfügbarkeit der Zutaten bis zur aktuellen Marktnachfrage. Wie viele Kakaobohnen ernten Bauern wann und wo? Wie steht es um die Qualität der Bohnen? Und welche Sorten ergaben besonders gute Schokolade. Analysen liefern eine Fülle von Informationen, Codes aus Zahlen und Buchstaben geben Auskunft über Rohstoff, Herkunft, Zuliefererketten, Qualitätskontrolle und Nachfrage. Diese Daten nutzen bisher nur der Bauer, der Lieferant und der Fabrikant vor Ort: jeder allein für sich, um jeweils seinen kleinen Teil der Kette im Auge zu behalten.

Gruppenfoto

Branche profitiert von Rohstoffdaten

Die Lebensmittelindustrie  will aus Datenströmen eine zusätzliche Einnahmequelle für Erzeuger und Hersteller schaffen. Aber auch für andere sind solche Daten aufschlussreich, erst recht, wenn die Informationen verknüpft werden. Weiß z. B. der Hersteller edler Schokolade früh über Qualität und Umfang der Kakaoernte Bescheid, kann er seinen Einkauf besser planen – etwa, wenn Bohnen bestimmter Güter absehbar knapp werden. Auch Finanzfachleute würden profitieren und könnten früh und fundierter Preisentwicklungen für Rohstoffe voraussagen. Solches Wissen ist bare Münze wert.

Das Projekt EVAREST hat im Januar 2019 begonnen. Ziel ist die Entwicklung und Verwertung von Datenprodukten als Wirtschaftsgut im Ökosystem der Lebensmittelproduktion. Als Basis soll eine offene technische Datenplattform geschaffen werden, die über Unternehmensgrenzen hinausgeht. Ferner werden  ökonomische und rechtliche Nutzungskonzepte entwickelt. „Die globale Serviceplattform wird auf Software der Software AG aufsetzen. Sie wird Produkte, Anlagen, Systeme und Maschinen verbinden und damit die Analyse und Verwertung von IoT-Daten in einem globalen Ökosystem ermöglichen“, sagt  Andre Litochevski aus dem Bereich Research, der seitens der Software AG für das Projekt verantwortlich ist. Zum Projektkonsortium gehören neben der Software AG und Lindt das DFKI als Konsortialführer, die Agrarmarkt Informations-Gesellschaft mbH (AMI), das Forschungsinstitut für Rationalisierung e.V. (FIR) an der RWTH Aachen und die Universität des Saarlandes.

Mit Kittel und Haube

Während der Werksbesichtigung lernen wir, wie sensibel die Schokoladenproduktion ist:  So spielt zum Beispiel die Temperatur in den Hallen eine große Rolle. Weicht die Temperatur der Schokoladenmasse nur um einen halben Grad ab – und je nach Produktionsstufe muss sie mal kühler oder mal wärmer sein, – verliert die Schokolade entweder ihren Glanz oder ist nicht mehr aus den Gießformen herauszubekommen.

Hygiene ist oberstes Gebot in der Schokoladenfabrik. Ohne Kittel und weiße Haube, für die Männer sogar Bartschutz, geht in den Produktionshallen gar nichts. Immer wieder passieren wir auf dem Weg zum Besprechungsraum oder in die Kantine Hygienestationen, wo wir unsere Hände waschen und desinfizieren und nach neuen Hauben greifen.

Auch der Arbeitssicherheit wird in der Produktion oberste Priorität eingeräumt. Bereits vor Jahren wurde an sämtlichen Produktionsstandorten ein entsprechendes „Health- & Safety“-Programm implementiert. Die Einhaltung der Ziele wird kontinuierlich überprüft. Unsere Besuchergruppe wird z. B. sehr konsequent gebeten, den Handlauf an der Treppe zu benutzen. Gebotsschilder weisen zusätzlich darauf hin. Es könnte sich ja Kakaobutter auf die Schuhsohle verirrt haben und die Treppe zur gefährlichen Rutschbahn machen.

Im Rahmen des Konsortialtreffens in Aachen wurden die Ergebnisse einer von den Partnern FIR und AMI konzipierten Umfrage vorgestellt. Diese wird als Input zum Status quo der Digitalisierung der industriellen Lebensmittelproduktion genutzt. Außerdem wurden während eines Workshops verschiedene Werte und Anforderungen für zukünftige Stakeholder des Ökosystems EVAREST entwickelt. Neben der Analyse von bestehenden und der Konzeption von zukünftigen Datenströmen in der Produktion wurden bereits Möglichkeiten zur Repräsentation von Datenprodukten sowie die Einsatzmöglichkeiten von Smart Contracts zur Absicherung von Datenprodukten im Ökosystem untersucht.

Und übrigens: Wer glaubt, neidisch auf meinen „Schokoladentag“ sein müssen,
den muss ich enttäuschen: Ich esse keine Schokolade

www.evarest.de

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